Samy Deluxe - SchwarzWeiss - Cover
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Samy Deluxe SchwarzWeiss


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Casper mit „XOXO” am Anfang des Monats endlich das meisterwartete deutsche Rap-Album des Jahres in die Läden stellte und damit auf Platz eins der Charts landete, steht nun mit Samy Deluxe und seinem vierten regulären Studioalbum „SchwarzWeiss” das nächste heißersehnte HipHop/Rap-Werk der deutschen Szene an.

Auf dem lyrisch tiefgründigen Vorgänger „Dis Wo Ich Herkomm“ (03/2009), der den dritten Platz der Charts erreichte, verließ der Hamburger Rapper die ausgetrampelten Pfade des reinen beatlastigen HipHop/Rap und überzeugte die Hörerschaft mit gesungenen Passagen und musikalisch vielschichtigen Stil-Exkursen, die auch auf dem nachgeschobenen Live-Album „Dis Wo Ich Herkomm: Live“ (03/2010) zusammen mit seiner Tsunami Band sehr gut herauskamen.

An diese fortschrittliche Ausdrucksform in Wort und Ton knüpft auch „SchwarzWeiss” an. Neben klassischen HipHop-Tracks wie „Wer wird Millionär“ oder auch „Straßen Musik“ hören wir akustische und E-Gitarren, Blasinstrumente, live eingespielte Drums sowie Streicher. Dazu reimt der 33-Jährige Geschichten zwischen Wahrheit und Fiktion, die unser aller Leben schreiben.

Nach einem atmosphärischen Doppel-Intro („Schwarzweiß Anfang“, „Intro“) verarbeitet Samy u.a. den Tod seines Vaters („Vater im Himmel“) und den Auszug seines Sohnes („Doppelt VIP“). Er stellt sich vor was wäre, wenn der Erfolg als Musiker plötzlich ausbliebe („Straßen Musik“), er übt sich in Gesellschaftskritik („Zurück zu wir“ – mit Max Herre, dem einzigen Feature-Gast des Albums), lässt sich und den HipHop kräftig hochleben („Poesie Album“, „Hände hoch“, „RapGenie“) und reflektiert sein eigenes Leben („Eines Tages“, „Schwarzweiß“, „Allein“).

All das geschieht auf ehrliche und authentische Weise, wie es in diesem Genre viel zu selten anzutreffen ist. Nach 15 Jahren im Business fehlt Samy Deluxe zwar der Hype der Stunde, den Kollege Casper zurzeit einfährt, doch was wirklich zählt, ist, dass dieses Album wie auch „XOXO“ keine albernen Gangsterattitüden, kein übertriebenes Dicke-Hose-Gehabe und keinen musikalischen Einheitsbrei bietet. Damit liegt die Messlatte für den überwiegenden Rest der Genrekollegen bereits unerreichbar hoch.

Anspieltipps:

  • Allein
  • Eines Tages
  • Poesie Album
  • Straßen Musik
  • Zurück zu wir
  • Keine wahre Geschichte

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