Jasta - Jasta - Cover
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Jasta Jasta


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Betrachtet man den Veröffentlichungszyklus von Hatebreed, so kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass sich das Hardcore Metal-Gespann auf einen fixen Veröffentlichungsrhythmus festgelegt hat, denn nach „The Rise Of Brutality“ (10/2003) und „Supremacy“ (08/2006) dauerte es wieder drei Jahre bis die selbstbetitelte Platte „Hatebreed“ (05/2009) in den Läden stand. Jamey Jasta (Gesang) ist das offensichtlich zu wenig und so hat der kraftvolle Shouter neben Icepick und Kingdom Of Sorrow nun ein drittes Nebenprojekt am Start, das schlicht auf den Namen Jasta läuft. Im Gegensatz zum Sludge und Doom Metal infizierten Königreich des Kummers und dem Hatebreed recht ähnlichen Eispickel setzt der 33jährige Schreihals dieses Mal ganz andere Prioritäten: „Meine Bands erfordern emotional keinen richtigen Gesang, denn dort geht es um Wut und Furcht, also war das Gebrülle immer die logische Konsequenz. Bei den neuen Songs suchte ich nach einer neuen Ausdrucksform. Ich wollte den Leuten zeigen, dass ich nicht nur der Typ mit Bandana oder Baseballkappe bin, der sie anschreit.“ - Das Stichwort lautet: Klargesang!

Bevor die eingefleischten Hardcore Metal-Anhänger nun verschreckt davon laufen, sei eines gesagt. „Jasta“ ist keine verweichlichte Ausgabe von Hatebreed oder gar ein plüschig-experimentelles Metalalbum, „Jasta“ birgt nämlich denselben Punch wie eine vollwertige Hatebreed-Platte nur mit dem Unterschied, dass Jamey ein paar Gäste eingeladen hat, seine melodische Seite entdeckt hat und nicht pausenlos ins Mikro schreit. Im Vergleich zum letzten Output „Hatebreed“ klingt „Jasta“ sogar frischer, ungebundener und kreativer. Exkurse ins harmonieselige Popland bleiben zwar nicht völlig aus und werden sicherlich für gespaltene Meinungen sorgen („Nothing they say“, „Set you adrift“, „Something you should know“), doch Jasta und seine Truppe (Charlie (Gitarre, Bass) und Nick Bellmore (Gitarre, Schlagzeug, Perkussion) haben diese stets unter Kontrolle und lassen die schunkeligen Elemente nie die Überhand gewinnen und holen die Songs stets auf den Boden der Tatsachen zurück.

Ein besonders gelungenes Beispiel für den Mix aus Hart und Zart ist „Mourn the illusion“ , wo Jamey nicht nur schreiend, sondern auch singend eine mitreißende Vorstellung abgibt, während ein breitbeiniges Riffbrett aus den Boxen kracht. Lässt man bei diesen Nummern die brachialen Hardcore-Attacken weg, erinnert „Jasta“ etwas an Stone Sour zu „Come (What)Ever May“-Zeiten (07/2006), vor allem weil Jameys Singstimme der von Corey Taylor ähnelt. Schlecht ist diese Parallele jedoch auf keinen Fall. Was den neuen Sprössling des Hatebreed-Fronters aber besonders auszeichnet, sind Groove-Kapazunder wie „The fearless must endure“, das mit „Hey Hey“-Rufen eine geniale Live-Atmosphäre generiert, knackige Hardcore Mosher, bei denen nicht auf Gangshouts verzichtet wurde („Heart of a warrior“) und brutale Abreibungen a la „Enslaved, dead or depraved“ oder „Death bestowed“, in denen den Aggressionen freien Lauf gelassen wird. Anders ausgedrückt: „Jasta“ ist aufgrund seiner Vielfältigkeit ein Album ohne Füllmaterial und knallt von vorne bis hinten ordentlich in die Birne.

Doch das ist noch lange nicht alles, denn abgesehen von Jamey und den Bellmore-Brüdern hat „Jasta“ einige Gastauftritte ans Land gezogen, die das gute Stück um gut einen Zähler nach oben schnalzen lassen. Allein die markerschütternden Growls von Randy Blythe (Lamb Of God) in „Enslaved, dead or depraved“ oder das Zakk Wylde-Gitarrensolo in „The fearless must endure“ sind das Eintrittsgeld wert. Abgesehen davon agieren noch Mark Morton (Lamb Of God), Tim Lambesis (As I Lay Dying), Mike Vallely (Skateboarder) und Phil Labonte (All That Remains) auf dem Longplayer und runden das gelungene Gesamtbild vorzüglich ab. „Ich finde „Jasta“ hat viel gemein mit Mixed Martial Arts. Hatebreed sind wie der klassische Boxer - wir hauen dir auf die Fresse und schlagen unermüdlich wieder und wieder zu. Hier gibt es nun meine Mixed-Attacke mit mehreren Kampfstilen. Es ist vielleicht nicht so brutal und methodisch, aber es ist immer noch hart. Karate und Jiu-Jitsu sind ja auch nicht so krass wie Kick-Boxen, aber sie machen dich dennoch fertig. Kurzum: Es geht darum, das eigene Arsenal mit neuen Waffen aufzustocken.“ erklärt Jamey stolz. Gegen einen ähnlich gelungenen Nach-Schlag wäre jedenfalls abolut nichts einzuwenden!

Anspieltipps:

  • Mourn The Illusion
  • Heart Of A Warrior
  • The Fearless Must Endure
  • With A Resounding Voice
  • Enslaved, Dead Or Depraved
  • Anthem Of The Freedom Fighter

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