Holy Martyr - Invincible - Cover
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Holy Martyr Invincible


  • Label: Dragonheart/SOULFOOD
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Holy Martyr verabschieden sich von römischen Legionen und Spartanern und nehmen ein gänzlich anderes Thema auf ihrem dritten Album in Angriff. Dieses ist inspiriert von der Geschichte des alten Japan, insbesondere der Figur des Samurai und den Werken des legendären Regisseurs Akira Kurosawa („Ran“, „Die sieben Samurai“, „Rashomon“, „Das Schloss im Spinnwebwald“). Ein einfaches Unterfangen, diese Epoche musikalisch glaubwürdig umzusetzen, ist das sicherlich nicht, doch angesichts der langen Entstehungszeit von „Invincible“, das im Vergleich zum Vorgänger fast doppelt so lang auf sich warten ließ, sollte man nicht gleich das Katana ins Korn werfen.

Leider haben die ehrwürdigen Samurai die Rechnung ohne die fünf italienischen Heavy Metal-Barden Alex Mereu (Gesang), Ivano Spiga (Gitarre), Ero Melis (Gitarre), Nicola Pirroni (Bass) und Daniele Ferru (Schlagzeug) gemacht, die auf ihrem dritten Longplayer zwar zwei Schritte nach vor und den positiven Eindruck von „Hellenic Warrior Spirit“ (09/2008) mit griffigen Riffs und sinnvollen Strukturen wiederholen können, allerdings auch zwei Schritte zurück machen und dieselben dämlichen Schlachtrufe wie eh und je anbieten („Hagakure / Hagakure / Is my only way“ in „Ghost dog“ oder das in perfektem Italienisch gehaltene Japanisch im Refrain von „Sekigahara“) und diese oftmals in eine langatmige Endlosschleife packen, die den gereifteren Songkonstrukten die Spannung rauben und sie unnötig in die Länge ziehen.

Zudem ist Sänger Mereu mit seinem Geknödel stellenweise unerträglich und degradiert dadurch den einen oder anderen packenden Moment zu kläglichem Laientheater. Dafür haben sich die Italiener mit dem fast neunminütigen „Kagemusha“ selbst übertroffen und legen ein episches Schwermetall vor, dass sich anständig vor den großen Vorbildern wie Iron Maiden, Blind Guardian oder Judas Priest verbeugt. Von einem Epos wie „Rime of the ancient mariner“ (zu finden auf „Powerslave“) sind die Herrschaften noch immer recht weit entfernt, aber die Ansätze sind zumindest vorhanden. Unterm Strich bleibt „Invincible“ eine Platte, bei der sich die positiven und negativen Aspekte die Waage halten, was bei Holy Martyr bedeutet, dass es dem Hörer schon nach einem Durchgang ziemlich egal ist, wovon das Langeisen eigentlich handelt. Für Japan-Interessierte sollte es dann wohl doch bei einem gemütlichen Kurosawa-Filmabend bleiben.

Anspieltipps:

  • Kagemusha
  • Shichinin No Samurai

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