Mattias Hellberg - High In The Lowlands - Cover
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Mattias Hellberg High In The Lowlands


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der schwedische Singer/Songwriter Mattias Hellberg veröffentlicht sein drittes Album unter eigenem Namen. Der 38-Jährige begann seine Laufbahn1987 mit der Band Ugly Jake (später Nymphet Noodlers). Für kurze Zeit arbeitete er mit Hot Love, Alimony, The Hellacopters und für Thunder Express. Außerdem war er mal Teil der schwedischen Progrockband Nationalteatern. Als Teil des Duos Hederos & Hellberg wurden „Hederos & Hellberg“ (2000) sowie „Together In The Darkness“ (2001) veröffentlicht. Zwei herausragende Werke mit auf Stimme und Piano basierenden Songs, hauptsächlich Coverversionen, die mit Herzblut und Leidenschaft eingespielt wurden. Zwei Scheiben, die in jede gut sortierte Plattensammlung gehören.

2005 erschien Hellbergs erstes Soloalbum mit dunklen Americana-Songs, die knarzend, schwelgend, verzerrt oder reduziert daherkamen, der Schwede setzte ein erstes Ausrufezeichen als Solokünstler. 2009 erschien „Out Of The Frying Pan, Into The Woods“, dort frönte Hellberg seiner Vorliebe für einige Spielarten des Psychedelic Rock. Sein aktuelles Werk trägt den Titel „High In The Lowlands“, das zunächst Hellbergs passionierte Stimme ins Zentrum rückt, flankiert von feinsinniger Akustikgitarre, Blues Harp und Zweitstimme. Der Schwede startet als „Black Cloud Man“, dem er ein leicht federndes, umwölktes „Oh No“ folgen lässt. Danach wird es „Blue“; mit waberndem Keyboard und Vibratogitarren driften wir himmelwärts auf Klangwolken, um sogleich hinabzusteigen in die Hölle. Doch „Hell” hat ein verspielt-geheimnisvolles Piano und die Textzeile „Hell is not a place it is a state of mind.” Anschließend wiegt die „Nouvelle d’amour“ zwischen spanischen Gitarrenklängen, dräuendem Cello und dunklem Kontrabass.

„You Don’t“ hat herrlich langsame Twang-Gitarrenlicks und »Born Into Being Alone« überzeugt mit einem entspannten Melodiebogen. Himmelwärts geht’s mit dem psychedelischen Shanty „Like A Sun“ und dem folkigen „Moon“. Danach treiben uns die wundersamen Harmonien der „Strange Winds“ dem Finale entgegen, wo schließlich alles „Over & Done“ ist, ein reduziertes, eindringliches und dennoch versöhnliches Ende.

Das Markenzeichen des Albums ist Mattias Hellbergs markant-warme Stimme, die immer mitten ins Herz des Hörers trifft. Musikalisch wirkt „High In The Lowlands“ wolkenverhangen und aufs angenehmste verschlafen, nicht einlullend, vielmehr ist es in der folk-psychedelischen Tradition eines David Crosby, Skip Spence, Syd Barrett oder Devendra Banhart zu sehen. Oder man sagt dazu (wie es die Überschrift des Infoblatts tut): Sad Souled Songs Of Scandinavain Despair.

Anspieltipps:

  • Blue
  • Hell
  • You Don’t
  • Strange Winds

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