Yes - Fly From Here - Cover
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Yes Fly From Here


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganz große Momente sind selten, was vielleicht daran liegt, dass für „Fly From Here“ sehr viel in den 80er Jahren liegen gebliebenes Material aufgearbeitet wurde.

Nach zehn Jahren erscheint endlich ein neues Album von den britischen Prog-Rock-Göttern Yes. Das ist schön. Produziert hat es Trevor Horn (u.a. Belle And Sebastian, Frankie Goes To Hollywood, Sugababes, t.A.T.u., Pet Shop Boys, Robbie Williams, Simple Minds). Das ist, äh, ungewöhnlich, schaut man sich die Vita des zweifachen Grammy-Gewinners an. Doch aufgemerkt. In den Achtzigern gehörte Horn für ein Album zum Yes-Line-Up. Er sollte also wissen, wie man diesen Dinosaurier des Prog-Rock „richtig“ zu produzieren hat. Trotzdem heißt es für die vielen Yes-Jünger: Daumen drücken, Augen zu und durch. Wird schon gut gehen!

Für die Band steht nämlich einiges auf dem Spiel. Yes haben in ihrer in den späten 60er Jahren begonnenen Kariere mehr als 33 Millionen Alben verkauft, Grammys gewonnen und mit ihren symphonischen Klängen viele Kollegen beeinflusst. Die Fanschar ist noch immer groß und ein schlechtes Comebackalbum wäre nur schwer zu verzeihen. Nur, was darf der gespannte Hörer überhaupt von diesem Neubelebung der Band erwarten? Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Bassist Chris Squire mit an Bord. Danach kommen der 1970 dazu gestoßene Steve Howe (Gitarre) sowie der 1972 angeheuerte Alan White (Drums). Vervollständigt wird das Line-Up von Asia-Keyboarder Geoff Downes sowie Benoit David, dem seit 2009 neuen Yes-Sänger.

Im Großen und Ganzen hat diese Besetzung den klassischen Yes-Sound, an dem sich auch Trevor Horn als Songschreiber, Sänger und Keyboarder mitbeteiligt hat, authentisch hinbekommen. Die Songs sind nicht zu verspielt und über Gebühr progressiv. Sänger Benoit David agiert mit heller und sanfter Stimme, flankiert von gleichberechtigt auftretenden Keyboard- und Gitarrenpassagen.

Ganz große Momente sind dabei allerdings selten, was vielleicht daran liegt, dass für „Fly From Here“ sehr viel in den 80er Jahren liegen gebliebenes Material aufgearbeitet wurde. Besser ist es in den vergangenen Dekaden dadurch nicht geworden. Ein gewisses Niveau wird allerdings auch nicht unterschritten. Somit erfahren Yes mit diesem Werk nicht die erhoffte Auferstehung in den luftigen Höhen des Prog-Rock Olymps, setzen ihren guten Ruf aber auch nicht aufs Spiel. Für die Fans mag dies ein wenig dünn sein, aber mehr war mit diesem aufgewärmten Altmaterial wohl auch nicht drin.

Anspieltipps:

  • Into the storm
  • Fly from here pt. I – We can fly
  • The man you always wanted me to be
  • Fly from here pt. II – Sad night at the airfield

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