Capud Draconis - Musica Divina - Cover
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Capud Draconis Musica Divina


  • Label: Totentanz Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit einigen Jahren boomen die Mittelaltermärkte in ganz Deutschland. Die da zumeist dargebotene Musik nennt sich Mittelaltermarktmusik und bringt immer wieder neue Bands ans Tageslicht. Die vier jungen Männer mit den genretypischen Namen Alustris von Thargor (Bastard-Pipes, Dulcimer), Hagen Sturmwut (Davul, Bodhran, Percussion), Arach von Alzey (Gitarre, Saiteninstrumente) und Magnus der Letzte (Bastard-Pipes, Flöten, Maultrommel, Small Pipes) machen diese Märkte mit ihrer Version vom so genannten „Neo-Pipe-Folk“ unsicher.

Die schottisch-irische Spielweise auf Dudelsäcken, die selbstgebaut aus schottischen Bagpipes und Mittelalterdudelsäcken, und ihre treibende musikalische Kraft verstärkt durch Davul (Trommel) und Gitarre sind ihr Markenzeichen. Nach einem selbst finanzierten Erstling namens „Neo Pipe Folk“ kamen die Musiker auf die Idee, gleich eine Trilogie aufzunehmen. „Musica Nova“ war geprägt von Seneccas Werken und „Vita Nova“ vom italienischen Dichter Dante (13. Jahrhundert), deren instrumentale Vertonung durchaus gelang. Diesmal stellt die „Göttliche Komödie“ von Dante die Grundlage. Die vier Musiker haben komplett alles selbst komponiert und sich von Dantes Worten inspirieren lassen, um elf Songs ohne Gesang aufzunehmen. Die oben genannten vielfältigen Instrumente und ihr Händchen für eingängige Melodien sowie ihr Mut, die ausgetretenen musikalischen Pfade anderer Marktmusiker zu meiden, zeichnen die Werke der Drachen aus.

Nach dem „Prologue“, der Textzeilen von Dante enthält, gibt „Inferno“ die Richtung vor. Es klingt gefährlich und mysteriös, denn es geht schließlich um vertonte Themen wie Hölle und Paradies. Die Spannung und die dunkle Atmosphäre halten die Instrumente hoch und spätestens bei „Ira“, „Ignavia“ oder „Voluptas“ fallen die Tanzbarkeit der Tracks angenehm auf. Auch wenn nicht alle Songs unverwechselbar klingen und auf Albumlänge etwas Geduld gefragt ist, begeistern Capud Draconis mit mitreißenden Arrangements, die einfach gekonnt komponiert wurden.

Wer Dudelsäcke nicht mag, der sollte natürlich dieses Werk nicht kaufen, aber alle anderen Musikinteressierten, die sich abseits des üblichen gern etwas anhören und entdecken wollen, sollten sich die „Musica Divina“ von Capud Draconis kaufen und die Zeitreise ins Mittelalter mitmachen.

Anspieltipps:

  • Inferno
  • Ira
  • Voluptas
  • Paradiso

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