Queen - The Works - Cover
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Queen The Works


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „The Works“ legen Queen ein ambitioniertes, wenn auch längst nicht hochklassiges Album vor.

Die britische Rock-Formation Queen steht unter großem Druck, als sie 1983 in die Münchner Musicland Studios geht, um ihr elftes Studiowerk „The Works“ aufzunehmen. Die Vorgängeralben „Flash Gordon“ und „Hot Space“ blieben in künstlerischer und kommerzieller Hinsicht weit hinter den Erwartungen zurück und viele Fans der ersten Stunde (und damit des gitarrenlastigen Hardrock-Sounds der frühen 70er-Jahre) wandten sich ob des verstärkten Einsatzes von Synthesizer und Drumcomputer sowie der Ausrichtung hin zu Disco- und Funk-Sounds enttäuscht von der Band ab. Mit „The Works“ schaffen es Queen jedoch, sich zu rehabilitieren. Zwar machen sie auch auf diesem Album erneut deutlich, dass Keyboard und Vocoder mittlerweile einen festen Bestandteil des Queen-Sounds der mittleren Achtziger darstellen, jedoch bringt Gitarrist Brian May hier seine „Red Special“ zum singen wie lange nicht mehr, der harte, kernige Sound früherer Tage schimmert immer wieder mal durch und mit „Radio Ga Ga“ und „I want to break free“ gelingen der Band nach drei Jahren („Under Pressure“ – 1981) endlich wieder weltweite Hits.

Mit „Radio Ga Ga“ koppeln Queen im Januar 1984 erstmals einen Song aus der Feder von Drummer Roger Taylor als Vorab-Single aus. Das Stück entwickelt sich – in erster Linie dank des einfachen, fast primitiven Refrains und seines elektro-poppigen Einschlags – zu einer der kommerziell erfolgreichsten Singles von Queen, obwohl Fans und Kritiker lange nicht sicher sind, ob Queen mit „Radio Ga Ga“ nun zu alter Stärke zurückgefunden oder einfach nur den Verstand verloren haben. Sicher ist: „Radio Ga Ga“ als erste Single zu veröffentlichen erweist sich als kluger Schachzug, schaffen Queen es nach Jahren der Abwesenheit doch endlich wieder in die Radio-Playlists und damit in die Köpfe der (Pop-) Hörer zurück und ersingen sich damit eine ganz neue, breite Hörerschaft. „I want to break free“ – der zweite Überhit auf „The Works“ – stellt ein Highlight des Albums dar. Geschrieben von Bassist John Deacon, besticht das Stück durch Mercurys facettenreicher Sangeskunst und Mays Fingerfertigkeit an der Gitarre, die sich im großartigen, fast 30-sekündigen Solo eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Weitere Highlights des Albums sind das hardrockende, schnörkellose „Tear it up“, das auch gut auf „Sheer heart Attack“ gepasst hätte und „Hammer to fall“, die vierte Single. „Hammer to fall“ – eine Art großer Bruder vom 85’er Hit „One Vision“ – sollte sich dank seines erdigen Sounds, des hymnenhaften Refrains sowie Mays abermaligen staubtrockenen Riffs in den Folgejahren zu einem beliebten Live-Track entwickeln. Die Single „It’s a hard life“ hingegen fällt deutlich aus dem Rahmen. Der Song basiert auf der bekannten Arie „Vesti la giubba“ aus Ruggiero Leoncavallos Oper „Pagliacci“ und unterstreicht nachhaltig Queens Hang zu theatralischen Stücken. Freddie Mercury geht ganz darin auf und verwandelt das Intro in schwülstigen Bombast. Trotz der Tatsache, dass der Song – die dritte Single-Auskopplung – aufgrund seines komplexen Aufbaus kaum Hit-Qualitäten aufweist und sich nur bedingt als Single eignet, entwickelt sich „It’s a hard life“ vor allem in der britischen Heimat zu einem Hit.

„The Works“ beinhaltet aber eben auch einige „Füller“, Songs, die qualitativ deutlich abfallen und in der Belanglosigkeit versinken. „Keep passing the open windows“ etwa ist ein netter aber harmloser Pop-Song der alten Schule mit melancholischen Momenten, der es in den 1970er-Jahren aber nicht einmal auf ein Queen-Album geschafft hätte. Und „Machines (or ’Back to humans’)“ nervt als überproduzierter Midtempo-Song mit Roboter-Stimme, programmiertem Sampler und Drum Machine. Queen-Fans der ersten Stunde sollten diesen Song überspringen.

Mit „The Works“ legen Queen ein ambitioniertes, wenn auch längst nicht hochklassiges Album vor. Nach „Hot Space“ geht es künstlerisch und kommerziell wieder deutlich aufwärts.

Anspieltipps:

  • It’s a hard life
  • I want to break free
  • Hammer to fall

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