Wu-Tang Clan - Legendary Weapons - Cover
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Wu-Tang Clan Legendary Weapons


  • Label: E1 Music/Groove Attack
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Weil der Wu-Tang Clan nach wie vor dickes Business ist, lässt er nicht locker. „Legendary Weapons“ ist ein Compilation-Album und als solches Nachfolger vom artgleichen „Wu Tang Chamber Music“ von 2009, und nicht etwa das sechste reguläre Studioalbum des Clans und Fortsetzung des letzten streitbaren Kapitels von 2007 „8 Diagrams“.

Insofern erklärt sich die mediale Unaufgeregtheit bezüglich „Legendary Weapons“. Doch Clan-technisch lässt ein genauerer Blick aufhorchen, sind doch bis auf die zugegebenermaßen recht entscheidenden GZA und Masta Killa, alle Clan-Mitglieder dabei, wenn Executive Mastermind RZA die New Yorker Funk- und Soul-Band The Revelations als relaxten und recht souligen Rhythmusboden einsetzt, um darüber mit guten, alten Posse Cuts fernöstliche Kung Fu-Weisheiten zum Besten rapt.

Begeisterung indes sieht anders aus, der Clan ist eine Maschinerie geworden; Releases herausspuckend um das Fan-Feuer am Köcheln zu halten, wobei Verschleißerscheinungen für die wirklich entscheidenden Outputs, nämlich vollständige, reguläre Clan-Studioalben, in Kauf genommen werden, so scheint es zumindest. An „Legendary Weapons“ lässt sich wenig Genaues rumnörgeln. Die Band pumpt ganz nette Rhythmen, die Gastrapper erfüllen ihre Pflicht (u.a. Sean Price, M.O.P., AZ, Action Bronson & Roc Marciano; auch schon mal namhafter bei einem Wu-Release, aber es ist ja nur ein Compilation-Album), die Samples sind ein Flashback in längst vergangene Zeiten und thematisieren zum x-ten Mal die Kung Fu-Ästhetik der ursprünglich New Yorker Combo, aber alles in allem fehlt hier die Inspiration, der schneidende Esprit dunkler HipHop-Songs, die wie ein Bienenschwarm nur als kollektiv vollständig zu punkten wissen.

Die Songs mit ihrem vielleicht bestem Rapper, Ghostface Killah, zündeln noch am ehesten („Meteor Hammer“, „The Black Diamonds“, „Laced Cheeba“), der Rest, nun ja, ist nicht schlecht eingedenk der bodenlosen Niveaulosigkeit des heutigen Mainstream-HipHop, aber das ist nicht der Anspruch, von dem man beim Wu Tang Clan auszugehen hat. Dafür sind sie für das Genre zu wichtig. Und auch wenn also „Legendary Weapons“ weit weg von einem verwünschenswerten Release seine unbedarften Kreise zieht, so sollte sich der Clan langsam aber sicher der Maxime zuwenden: weniger ist mehr.

Anspieltipps:

  • Laced Cheeba
  • The Black Diamonds
  • Legendary Weapons
  • Meteor Hammer

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