Kaiser Chiefs - The Future Is Medieval - Cover
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Kaiser Chiefs The Future Is Medieval


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kaiser Chiefs haben Geschichtsunterricht genommen und den Stil einiger ihrer Vorbilder für sich adaptiert.

Irgendwann trifft es jeden Music Act, egal wie erfolgreich er vorher war bzw. noch ist und die Kurve (kreativ und/oder kommerziell) zeigt einmal nach unten. Auch die gefeierten Kaiser Chiefs aus dem nordenglischen Leeds kamen um diesen kleinen Karriereknick nicht umher, nachdem sich ihr drittes Studioalbum „Off With Their Heads” (10/2008) nicht so toll wie erwartet verkaufte, was u.a. auch an lediglich zwei Singleauskopplungen abzulesen ist. Aus diesem Grund zogen sich die fünf BritPopper vorübergehend zurück, um ihre kreativen Zellen aufzuladen.

Mehr als 2½ Jahre danach melden sich die Kaiser Chiefs mit einem medialen Paukenschlag zurück, indem auch sie wie z.B. die Art-Rock-Kollegen von Radiohead auf den Download-Zug aufspringen und auf ihrer Homepage 20 nagelneue Songs anbieten, aus denen sich alle Interessierten eine zehn Tracks umfassende persönliche Albumversion zum Preis von 7,50 englischen Pfund zusammenbasteln können. Und genau wie bei den Kollegen aus Oxford, gibt es die Songs einige Zeit später auch als gute alte CD zu kaufen. So ganz traut also noch keine große Band dem Braten namens Download-Album. Dazu lässt sich mit der schnöden CD einfach noch „zu viel“ Geld machen.

„The Future Is Medieval“ wurde neben Ethan Johns und Drummer Nick Hodgson auch von Tony Visconti (David Bowie, Morrissey, Kashmir, Placebo) produziert, woraus eine deutliche Neufärbung des Bandsounds resultiert. Die großen, offensichtlichen Hits vom Schlage eines „Oh my god“ oder auch „Ruby“ sucht man auf dieser Platte jedenfalls vergebens. Dafür haben eine stärkere Experimentierfreude und ein rumpeligerer Sound Einzug gehalten, was den Fans des ersten Albums („Employment“, 08/2005) sicher am besten gefallen dürfte.

Stilistisch haben die Kaiser Chiefs Geschichtsunterricht genommen und den Stil einiger ihrer Vorbilder für sich adaptiert. So klingt etwa „Things change“ dermaßen verdächtig nach David Bowie, als hätte der Thin White Duke persönlich mitgewirkt. Aber auch The Beatles erfahren einige Huldigungen („When all is quiet“, „Coming up for air“, „If you will have me”) und wer als Hidden Track einen Elektro-Rocksongs mit 80er-Jahre-Reminiszenzen versteckt, hat vor Stilerweiterungen gewiss keine Angst. Damit schießen die Kaiser Chiefs insgesamt zwar keinen ganz großen Vogel ab, können sich bei den Fans der frühen Stunden aber rehabilitieren, freilich ohne zu glänzen.

Anspieltipps:

  • Man on mars
  • When all is quiet
  • Coming up for air
  • Long way from celebrating

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