Small Brown Bike - Fell & Found - Cover
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Small Brown Bike Fell & Found


  • Label: No Idea Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sieben Jahre nach ihrer Auflösung veröffentlicht die Post-Hardcore Band Small Brown Bike ein neues Album namens „Fell & Found“. Die Wiedervereinigung des Quartetts dürfte für viele lediglich eine Randnotiz bedeuten, während Fans des Independent Punk der späten 90er Jahre möglicherweise aufatmen. Hier musiziert eine Band, die bekannt ist für ihr Understatement, für den DIY-Style und für einfach gut gespielten, emotionalen Punkrock. Bereits im Jahr 2007 gab es ein paar Reunionshows, danach konzentrierten sich die Brüder Mike Reed (Gitarre, Gesang) und Ben Reed (Bass, Gesang) auf das Projekt Able Baker Fox („Voices“, 2008). Mit Travis Dopp an der zweiten Gitarre und Dan Jaquint am Schlagzeug veröffentlicht die Band nun wieder in der Originalbesetzung des Debüts „Our Own Wars“ (1999) ihr viertes Album.

Hört man den neuen Langspieler, scheint jedoch nicht allzu viel Zeit vergangen zu sein. Mike und Ben Reeds rauhe, kehlige Stimmen wechseln sich immer noch fast unbemerkt ab, die Instrumente kreieren einen melancholischen Punkrocksound. Dennoch ist „Fell & Found” weit entfernt vom Krach der Anfangstage, klingt zum Beispiel beim Titelstück aber immer noch ziemlich heavy. Die Songs schreiten meist in einem eher schleppenden Tempo voran, brodeln mehr als dass sie ausrasten. Insbesondere beim Stück „In Need of Everything“, das wohl die eingängigste Melodie der neuen Songs hat, fällt durch einen fast balladesken Ansatz auf und verbreitet herbstliche Stimmung. Energetisch und energisch gehen dagegen Songs wie „As We Go“ nach vorne, in dem insbesondere die krachenden Rhythmusinstrumente von Dopp und Jaquint hervorstechen.

„Fell & Found” geht technisch und musikalisch vollkommen in Ordnung. Der im Genre beheimatete Produzent James Robbins hat der Band einen ordentlich rauhen und transparenten Klang verpasst, in dem die Gitarren flirren, das Schlagzeug scheppert und der Gesang nie zu clean rüberkommt. Dennoch hat man alles, was das Album zu bieten hat, bereits einmal in besser von der Band gehört. Hierzu braucht man beispielsweise lediglich das Album „Dead Reckoning“ aus dem Jahr 2001 zurate ziehen. Ein paar Songs, wie „Sleep River Sleep“ und der Abschluss „All Of Us“, nehmen die genannten Trademarks und verpacken sie in mehr als passable Songs, die mit tollen Laustärke- und Tempodynamiken aufwarten. Vieles auf „Fell & Found” zieht jedoch einfach vorbei. Fans von Bands wie den frühen Jimmy Eat World, Saves The Day, Hot Water Music, Against Me! oder Alkaline Trio hören hier gerne noch einmal rein, den meisten anderen darf „Fell & Found“ herzlich egal sein.

Anspieltipps:

  • Fell & Found (The Walk)
  • In Need of Everything
  • Sleep River Sleep
  • All Of Us

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