David Judson Clemmons - Cold White Earth - Cover
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David Judson Clemmons Cold White Earth


  • Label: M.M.S./ALIVE
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

David Judson Clemmons aus Virgina, USA ist seit knapp zwei Jahrzehnten im Musik-Business. Neben diversen Bandprojekten wie Damn The Machine und The Fullbliss gilt Clemmons auch als Gründer der Band Jud, die in den späten 90er Jahren zu den Prachtstücken des Berliner Nois-O-lution Labels zählte. Jud brachten nach sieben Jahren Pause im August 2008 mit „Sufferboy“ ihr Comebackalbum auf den Markt und mit „Cold White Earth“ veröffentlicht Clemmons nun sein drittes Soloalbum.

David Judson Clemmons, der in Berlin lebt, hat sein neues Werk im tiefsten Winter in einem Berliner Kellerstudio aufgenommen, das seinem Freund Dugald Jayes (Hugo Race, Mark Mulholland) gehört. Begleitet wird er von neun Mitgliedern seiner Bands Jud und The Fullbliss. Doch was nach großer Planungsarbeit klingt, ist eher zufällig entstanden – auch wenn es im wirklichen Leben keine Zufälle gibt. Alles passiert aus einem Grund.

So hörte David Judson Clemmons in sich hinein und schrieb sich seine Gefühle von der Seele. Daraus entstand ein atmosphärisch dichtes Werk mit elf Songs, die als Basis nicht mehr als eine Akustikgitarre und Clemmons Stimme benötigen. Die Studiomitstreiter sorgen im Hintergrund für eine musikalische Garnitur aus dezenten Orgel-, Streicher- oder auch Percussionklängen, doch die Basis der Songs bleibt absoluter Minimalismus.

Dazu wird weder eine großartige Produktion noch anderes Brimborium aufgefahren. Denn auch ohne diesen Schnickschnack vermittelt David Judson Clemmons Tiefgang, Gefühl und fesselnde Intensität. Dabei wird weniger auf eingängige Melodien geachtet, sondern auf die Gesamtwirkung des Longplayers. Diese legt sich mit zunehmender Spieldauer wie eine Schlinge um den geneigten Hörer und reißt diesen immer tiefer in die Gefühlswelten des Wahlberliners mit, die überwiegend düster und beklemmend, aber nicht hoffnungslos sind. Das macht „Cold White Earth“ für den Hörer zu einer speziellen Erfahrung im Singer/Songwriter-Bereich, die man gehört haben sollte.

Anspieltipps:

  • Parasites
  • Stranger inside me
  • Never trust a man
  • Learn to sing the blues

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