Wiley - 100 Percent Publishing - Cover
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Wiley 100 Percent Publishing


  • Label: Big Dada/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit den Neunzigern hält sich der Brite Richard Cowie aka Wiley in Musikrichtungen wie Jungle, Drum&Bass und Garage auf, die vereinzelt in den HipHop übergingen und vor einigen Jahren schließlich in dem Subgenre Grime komprimiert wurden. Ähnlich wie sein Weggefährte Dizzee Rascal ist der Rapper/Produzent Wiley mittlerweile im Mainstream angekommen bzw. der Mainstream in Form der großen Öffentlichkeit in diesem ehemals fest im Underground verankerten Genre. Die nötige Aufmerksamkeit wird also vor allem in seiner Heimat auch für das neue Album „100% Publishing“ bereitstehen. In großen Teilen ist das auch absolut gerechtfertigt, wie starke Momente auf diesem Longplayer zeigen.

Man nehme zum Beispiel die wirbelnden Jungle-Rhythmen in „I Just Woke Up“, die von eindringlichen Synthesizer-Sounds geformt und von Percussions zu einem erquickenden Ohrwurm erhoben werden. Wileys Sprechgesang thront über all den überaus packenden Beats und Sequenzern, indem er fordernd wie angenehm erzählerisch die nötige Mitte in seiner Intonation findet. Klavierparts wie bei „Wise Man And His Words“ lockern den bunten Reigen auf, ohne rosa bewölkt im Wunderland zu stranden. Gut, dass so mancher Breakbeat und Jungle-Rhythmus dem Pop zuvorkommt. „Talk About Life“ leidet allerdings genau an diesem Umstand: Viel zu cheesy und die im Vorangegangenen zur Schau gestellte Ernsthaftigkeit in Frage stellend segelt dieser Song vollkommen ungebremst in gefahr- und leidenschaftslose Soul-Gefilde. Auch die Ode an die „Pink Lady“ ist harter Tobak für die Grime-prägende Vergangenheit eines Richard Cowie.

Soviel also zu den schwierigen Momenten, die nun wahrlich nicht in der Überzahl sind, aber eben auffallen, weil sie das Album doch stark ins Wanken bringen. Angenehmerweise besinnt sich Wiley hauptsächlich auf die Verquickung von atmosphärischen Beatkonstruktionen und Sprechgesang. So kennt und liebt man ihn, mit tiefer gelegten Beats zum Auftakt „Information Age“, dem Dubstep-Verweis in der Groove-Großtat des Titeltracks, die „Your Intuition“ in nichts nachsteht und „One Hit Wonder“ mit einem packenden Flow ausgestattet zeigt. „100% Publishing“ bleibt somit ein tolles Album für den partytauglichen Sommer-Moment, kränkelt jedoch an einigen zu deutlichen Pop-Eingeständnissen.

Anspieltipps:

  • Information Age
  • 100% Publishing
  • Your Intuition
  • I Just Woke Up

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