Saltatio Mortis - Sturm Aufs Paradies - Cover
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Saltatio Mortis Sturm Aufs Paradies


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der erfolgreiche Weg ist lange nicht zu Ende.

Wer hätte gedacht, dass es die Mittelalter-Rockband Saltatio Mortis schafft, auf Platz drei der Media Control Album Charts einzusteigen? Mittlerweile ist das ihr achtes Rockalbum und sie gehören nun zum illustren Kreis folgender Bands: In Extremo, Subway To Sally und Schandmaul spielen in der musikalischen „Bundesliga“ des Genres Mittelalter-Rock oder Folk-Rock. Die Mittelalter-Szene boomt und gerade zur rechten Zeit liefern Texter und Drummer Lasterbalk (plus Davul), Alea der Bescheidene (Gesang, Dudelsack, Schalmei, Bouzouki, akustische Gitarre), El Silbador (Dudelsack, diverse Pipes, Schalmei), Falk Irmfried von Mümmelstein (Dudelsack, Drehleier, Schalmei), Herr Samoel (E-und akustische Gitarre, Bouzouki), Luzi das L (Dudelsack, Schalmei, Whistles), Jean genannt der Tambour (Percussion, Gesang) und Bruder Frank (Bass, Chapman-Stick) ein wirklich herausragendes Werk ab. Für die Kompositionen zeichnet bei fast allen Songs das Team Alea, Frank, Samoel und Jean verantwortlich, die sich wirklich viel Mühe gegeben haben, die ganze musikalische Bandbreite einer Folkrockband zu präsentierten, die nicht nur den Dudelsack im Vordergrund stehen hat, sondern auch vor Metalmusik nicht halt macht und trotzdem auch eingängiges zu bieten hat.

Die ersten beiden Songs rocken ordentlich und vertonen sehr unterschiedliche Themen: „Habgier und Tod“ beschäftigt sich einmal mehr mit den materiellen Dingen des Lebens sprich Geldgier und der „Hochzeitstanz“ ist richtig schwere Kost: Aus der Sicht eines Vergewaltigers geschrieben, ist also nicht nur die Musik brutal, aber immer noch melodiös veranlagt.

Die Vertonung eines Märchens stellt „Nachtigall und Rose“ dar, welches mit den typischen Dudelsackklängen und einem berührenden Text als eine typische Saltatio-Mortis-Nummer durchgeht. Auf ihrer im Februar 2011 durchgeführten Afrika-Rundreise entstand der luftig leichte Song „Wieder unterwegs“, der sehr sommerlich und ungewohnt sanft daherkommt. Das sehr eingängige „Eulenspiegel“ komponierte unter anderem Bruder Frank und dieser melodiöse Song reißt nicht nur das Mittelalterpublikum in der Akustikversion jedesmal hörbar mit.

Gleich zweimal kommt das ungewohnte Piano zum Einsatz: Die ergreifende Ballade „Gott würfelt nicht“ erzeugt schon nicht nur textlich eine Gänsehaut, die Ballade ist wirklich auch durch Aleas Gesang sehr ergreifend. Bei „Orpheus“ singt am Ende die Studiosängerin Julia Vukelic mit Lead-Sänger Alea im Duett, die schon beim Vorgänger „Wer Wind sät“ dabei war. Dieser Song punktet mit langsamen Beginn, harten Gitarrenriffs und einem Ohrwurmrefrain, der von Dudelsäcken untermalt wird und zum Ende wird dann plötzlich das Tempo herausgenommen, um danach wieder Gas zu geben. Einzig der Song „Der letzte Spielmann“ überrascht mit fast schon Punkrock, der live jedes Mal für Headbangen beim Publikum sorgt.

Sänger Alea der Bescheidene fällt besonders positiv auf, denn seine Stimmvielfalt war selten so ausgeprägt wie auf dieser CD: Ob eindringlicher Tenor, harter Rockgesang oder richtig sanfte Töne, er gibt stimmlich alles, um den musikalisch recht unterschiedlichen Songs gerecht zu werden. Der Texter Lasterbalk schafft es auch sehr gekonnt, mit altmodischer Sprache Themen wie Atomkraft, „Fiat Lux“, oder zwischenmenschlichen Dingen wie Feindschaft, Habgier, Seitensprung, „Spiel mit dem Feuer“, und Gewalt wie bei der ersten Single „Hochzeitstanz“ die Fans von Saltatio Mortis erneut zu begeistern. Man darf gespannt sein, wohin der Weg die Spielleute noch führt, denn diese Kompositionen erfüllen höchste Ansprüche nicht nur der Genre-Fans, da ausgefeilte und dennoch geradlinige Songstrukturen und vielfältiger Instrumenteneinsatz sowie hervorstechender Gesang einfach sehr gut zusammenpassen.

Zehn Jahre Band-Jubiläum haben die Herren letztes Jahr in Wuppertal gefeiert („10 Jahre Wild Und Frei“). Der erfolgreiche Weg ist aber wohl lange nicht zu Ende, wenn sie so weitermachen. In der Limitierten Edition bekommt man eine Bonus-CD mit einigen Pianoversionen der Songs und da merkt man erst recht welch gute Melodien die Spielleute von Saltatio Mortis komponiert haben.

Anspieltipps:

  • Eulenspiegel
  • Nach Jahr und Tag
  • Orpheus
  • Wieder unterwegs
  • Nach Jahr und Tag

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