Jonathan Jeremiah - A Solitary Man - Cover
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Jonathan Jeremiah A Solitary Man


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „A Solitary Man“ liefert Jonathan Jeremiah ein erhabenes Debütalbum ab, das den Hörer auf eine überraschende Zeitreise schickt.

In seiner englischen Heimat erschien das Debütalbum „A Solitary Man” des Londoner Singer/Songwriters Jonathan Jeremiah bereits im März 2011 und erhielt durchweg gute Kritiken. Deshalb gilt es keine Zeit zu vertrödeln und das Werk schnellstens dem Rest der Welt vorzustellen, denn solche Dinge sprechen sich herum. Und wenn die Käufer aus diesem Grund zu Import-CDs greifen, findet der Künstler in den jeweiligen Charts nicht statt. So sind die Regeln.

Jonathan Jeremiah unterzeichnete seinen Plattenvertrag beim Major Island Records im Jahr 2009, begleite danach The Pierces, Katie Melua und Rumer als Support Act auf deren Tourneen und schrieb Songs in der Tradition der großen Folk-, Soul- und Singer/Songwriter-Garde der 60er und 70er Jahre, sprich Künstler wie John Martyn, Scott Walker, Cat Stevens, Marvin Gaye oder auch Bill Withers, die Jeremiah schon als Kind aus der Plattensammlung seines Vaters kannte.

Für sein Debütalbum ließ sich der Brite von seinem Label keine teure Produzenten- und Songwriterarmada zur Verfügung stellen, wie man es vielleicht erwarten durfte. Dies übernahm der Londoner komplett in Eigenregie. Lediglich Ex-Suede-Gitarrist Bernard Butler schrieb an dem Song „Heart of stone“ mit und Produzent und Komponist Jimmy Hogarth (u.a. James Blunt, Amy Winehouse, KT Tunstall, Duffy, Sia.) arbeitete mit Jeremiah am Stück „Lost“. Dafür leistete sich der Londoner einen anderen Luxus, der sein Debütalbum alles andere als unproduziert klingt lässt.

Jonathan Jeremiah gönnte sich dort, wo er es für richtig hielt, die Dienste des Heritage Orchestra, das seine Songs opulent mit Bläsern und Streichern ausschmückt („Heart of stone“) und wie einen Soundtrack aus längst vergangenen Motown-Zeiten klingen lässt („See it doesn’t bother me“). Eher selten stellt Jonathan Jeremiah dabei seine markante Baritonstimme in den Vordergrund („Happiness“, „How half-heartedly we behave“). Doch wer genau hinhört, entdeckt auch dort einen flauschigen Orchesterteppich, der das gesamte Album stilvoll auskleidet und in der Tat Erinnerungen an die Motown-Ära aufkommen lässt.

Mit „A Solitary Man“ liefert Jonathan Jeremiah ein erhabenes Debütalbum ab, das den Hörer auf eine überraschende Zeitreise schickt. Denn würde jemand behaupten, der Longplayer stamme aus dem Jahr 1970, er käme glatt damit durch!

Anspieltipps:

  • Never gonna
  • Heart of stone
  • A solitary man
  • All the man I’ll ever be
  • How half-heartedly we behave

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