Thos Henley - A Collection Of Early Recordings - Cover
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Thos Henley A Collection Of Early Recordings


  • Label: K&F Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Qualität der Stücke bleibt immer über dem Durchschnitt.

Das Land der neuen Musiksensationen war und ist das vereinigte Königreich Britannien. Niemand sonst brüstet sich ansonsten wöchentlich mit so genannten neuen Weltstars in spe und so verwundert es nicht, dass auch von einem Jungen Mann mit Namen Thos Henley Großes zu erwarten hat. Eine herausragende Songwriter-Stimme à la Ralph McTell wird dem Mittzwanziger nachgesagt, die in Verbindung mit einer akustischen Gitarre für diese zeitlose Stimmung sorgen soll, die den Barden der Neuzeit eigen ist. Wenn auf seinem selbst betitelten Debüt auch nur ein kleines „Streets Of London“ vorhanden ist, dann sei der britischen Presse ein weiteres Mal verziehen, dass Künstler viel zu schnell in den überfüllten Musik-Olymp gehievt werden.

Der Auftakt des Albums macht allerdings nicht einmal halb so viel Mut, wie die Versprechen die den jungen Henley umgeben. Die Auftaktlieder „Darling You“ und „Another Brother“ präsentieren sich sperrig mit Überlänge und auch wenn beiden Songs die Qualität und Ruhe guter Singer/Songwriter-Musik nicht abzusprechen ist, fällt die zähe Länge auch nach mehreren Durchgängen störend ins Gewicht. Es fehlt die emotionale Magie der ganz großen Vertreter des Genres, um mehr als vier Minuten zu fesseln. Genau deswegen wird diese magische Marke bis zum Ende des Albums auch nicht mehr wirklich angetastet. „Gone With Devon (Reprise)“ ist sofort eine angenehme Erfrischung vom holprigen Start. Melodie und Instrumentalisierung sind sofort beschwingter, lebendiger und trotzdem sanft, wie es zur Stimme Thos' passt. Diese leichten und romantischen Momente des Albums sind ganz klar die Stärke, wenn Banjos, Tamburine und andere Instrumente, die weniger modern kaum sein könnten die besondere Note ausmachen. „So English“, „Sweet Lime“ und „Keeper Of My Breath“ sind die weiteren Beispiele, wobei allein Letzteres an Klangexperimenten scheitert und schwerer ins Ohr geht.

Mit den ganz ruhigen, minimalistischen Momenten übertreibt es Henley dann quantitativ. Die gefühlte Hälfte des Albums besteht allein aus Akustikgitarre und Stimme und wenn man hierbei keine Weltklassemelodien abliefert, dann muss man schon mal davon ausgehen, dass es zu Ermüdungserscheinungen seitens der Hörer kommt. „Henrietta“ und „The Oldest Tree In Netley“ hätten es bereits getan und so gehen ein oder zwei Titel aufgrund der Tatsache verloren, dass man sich sicher ist: „Das habe ich doch schon mal irgendwo gehört!?“ Hierbei offenbart sich auch das Problem dieses trotzdem gelungenen Debüts. Thos Henley hat die Stimme und auch das Know-How an der Gitarre, aber an den wirklich prägenden Momenten lässt er es missen. Gerne hört man seinen Liedern zu und man möchte ihn auch weiterempfehlen. Allein welches Lied nun repräsentativ ist oder woran man sich hinterher noch erinnert ist die Frage. Zumindest kann man mit „Thos Henley (A Collection Of Early Records)“ auch nichts falsch machen, da die Qualität der Stücke immer über dem Durchschnitt bleibt. Ob das für weitere Werke des Engländers, der nach Montenegro auswandern möchte, reicht, bleibt jedoch abzuwarten.

Anspieltipps:

  • Henrietta
  • Sweet Lime
  • Gone With Devon (Reprise)

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