Cloudberry - The Closer We Get - Cover
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Cloudberry The Closer We Get


  • Label: Welcome Home Music
  • Laufzeit: 31 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine tiefgründigen Meisterwerke, sondern kleine Lieder zum immer wieder drauf zurückgreifen.

Unterhaltungsmedien funktionieren auf verschiedenen Ebenen. Bei Kinofilmen sollte man sich zum Beispiel im Vornherein darüber klar werden, ob man ein Meisterwerk des Kinos mit psychologischer Tiefe wie David Finchers „Sieben“ oder doch eher unterhaltendes Popcorn-Kino der Marke „John Carter“ erwartet. Wer die deutsche Indie-Rock-Band Cloudberry noch nicht kennt, darf sich auf Popcorn-Unterhaltung für die Ohren bereit machen. Da verwischt der LoFi-Indie-Ansatz nur die Spuren stringenter Lieder, die in einer halben Stunde zuhauf auf den Hörer eindreschen.

Ein genauerer Blick auf die Tracklist verrät, dass nur zwei der dreizehn Lieder die magische Dreiminutenmarke knackt. Dementsprechend simpel sind die Songs auch gestrickt. Frei nach der Devise von The Shins bekommt der Hörer leichte Musik, die den Sonnenschein einlädt und Hirnaktivitäten nur im bunten Bereich zulässt. Zu dieser Formel passt nur der LoFi-Akustik-Opener „Don't Want To Know If You're Lonely“ nicht. Danach entfaltet sich (abgesehen von „Smithereens“) ein einfaches Potpourri aus schlichten Melodien, die nicht immer neu, jedoch immer frisch wirken.

Natürlich probiert sich das Trio auch an Experimenten, die mit „Kinski“ aber in argem Quietschen enden. Da stehen ihnen die nachdenklicheren Momente („Smithereens“ und „The Modern Soul“) durchaus besser. Strukturell passen sich die Nummern als geradlinige Rocker dem Album an und passen gut ins Bild. Die Tracks auf „The Closer We Get“ legen es teilweise gar nicht darauf an im Ohr zu bleiben. „The Day I Died“ und „Pig Lip“ sind jeweils keine zwei Minuten lang und bevor man sich an die Melodie gewöhnt hat, ist sie auch schon wieder weg.

So weichen die meisten Songs direkt dem Anschlusslied, ohne dass man die Übergänge mitbekommt. So unterhält das Album problemlos über die eigene Spielzeit hinweg. Wie gesagt: Keine tiefgründigen Meisterwerke, sondern kleine Lieder zum immer wieder drauf zurückgreifen.

Anspieltipps:

  • The Day I Died
  • Fire At Will
  • Hell On Earth

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