Lenny Kravitz - Black And White America - Cover
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Lenny Kravitz Black And White America


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Black And White America“ kehrt Lenny Kravitz zwar noch nicht zu seiner alten Relevanz zurück, doch er stellt unter Beweis, dass mit ihm künstlerisch wieder zu rechnen ist!

Nach über 20 Jahren bei Virgin Records hat Lenny Kravitz (47) für sein neues Album „Black And White America” mit Roadrunner Records ein neues, wenn auch ungewöhnliches Zuhause gefunden, steht das US-Label doch eher für Veröffentlichungen aus den Bereichen Hardrock und Metal aller Art. Inwiefern der Multiinstrumentalist, der mit seiner Musik im Laufe der Jahre eine immer poppigere Richtung eingeschlagen hat, sich zwischen Bands wie Slipknot, Machine Head, Airbourne oder auch Megadeth wohl fühlen wird, wird die Zeit zeigen. In Anbetracht von Feature-Gästen wie Jay-Z, Drake und DJ Military dürfte aber auch die angestammte Roadrunner-Gemeinde Bauklötze staunen.

Auf seinem neunten Studioalbum kehrt Lenny Kravitz der Rockmusik noch weiter den Rücken und taucht noch tiefer in den Sound Amerikas der 60er und 70er Jahre ein. Die E-Gitarre dominiert nur noch selten, wie z.B. in „Rock star city life“, klingt dann aber als wären die Licks von den Scorpions (!) abgeguckt. Zum Glück, muss man da sagen, klatschte Lenny Kravitz noch ein paar Synthies darüber.

Dafür stehen Songs im Vordergrund, die von der Musik aus einer Zeit, als Lenny Kravitz noch ein Kind war, inspiriert sind. Das Hauptaugenmerk liegt dabei eindeutig auf schwer ansteckendem Funk á la James Brown („Life ain’t ever been better than it is now“, „Black and white America“, „Come on get it“), aber auch Soul („The faith of a child”), Dancehall („Boongie drop”), 70s Disco („Sunflower”), R&B („Push”) sowie eine Prise Gitarren-Pop („Everything) kommen nicht zu kurz.

Inhaltlich bezieht sich Kravitz u.a. auf einen Dokumentarfilm über Rassismus in den Vereinigten Staaten, nachdem Barack Obama im Januar 2009 US-Präsident geworden war. Mit eindeutigen Texten besinnt er sich auf seine eigene Familiengeschichte und die Erfahrungen seiner Eltern als gemischtrassiges Paar in den 60er Jahren. Von einem Konzeptalbum zu sprechen, wäre jedoch zuviel des Guten, wenngleich ein gewisser roter Faden dem Album hörbar gut tut und die kaum zu leugnende künstlerische Talfahrt des New Yorkers endlich stoppt. Mit „Black And White America“ kehrt Lenny Kravitz zwar noch nicht zu seiner alten Relevanz zurück, doch er stellt unter Beweis, dass mit ihm künstlerisch wieder zu rechnen ist!

Anspieltipps:

  • Push
  • Everything
  • Liquid Jesus
  • Looking back on love
  • Black and white America

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