Diary Of Dreams - Ego:X - Cover
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Diary Of Dreams Ego:X


  • Label: Accession/INDIGO
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Diary Of Dreams schaffen es diesmal nicht, etwas wirklich Innovatives abzuliefern.

Diary Of Dreams sind die Urgesteine der Gothic-Musik-Szene und traten schon in vielen Ländern auf. Seit 17 Jahren sind sie nun tätig und schaffen es immer wieder, ihre Fans zufriedenzustellen und gleichzeitig zu überraschen. Ihr Erfolgsgeheimnis ist düstere elektronische Musik, die auch mal rockt und vor allem live mit einiger Härte und Emotion vorgetragen wird.

Die Mannen um Sänger und Mastermind Adrian Hates dachten sich nun eine fiktive Figur aus, deren Qualen und Scheitern sie im Falle der neuen CD musikalisch untermalten. Dabei wurden „Spoken Word“-Einlagen von Synchronsprecher Martin Kessler (Vin Diesel, Nicolas Cage) verwendet, der mit seinem männlichem, leicht arrogantem Timbre gut zu den wortreichen, Verzweiflung versprühenden Texten von Diary Of Dreams passt. Diese Texte sind dann auf Deutsch, ansonsten regieren nicht selten sogar Deutsch und Englisch in einem Song. Diary of Dreams gelingt es durchaus, den Kampf der fiktiven Figur musikalisch nachzuzeichnen und eine gewohnt dunkle und beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Allerdings fallen auch einige Dinge negativ auf: Textlich wandeln Hates und Co. nicht selten etwas am Rande des Kitsch, als Beispiel das theatralische „Immerdar“ oder „Push me“ mit zusätzlich enervierender Frauenstimme.

Trotz der interessanten Charakterstudie gibt es nicht selten typische Floskeln der Gothic-Musik-Szene, die man so schon öfter gehört hat. Musikalisch präsentieren Diary Of Dreams eher gute Standards ihres Genres, sie schaffen es aber diesmal nicht, etwas wirklich Innovatives abzuliefern. Einige Songs ähneln sich zu sehr und könnten auch gern etwas kürzer sein, das Auswalzen der Klänge zerrt an wenig an den Nerven.

Die Highlights sind mit dem rockigem „Undividable“ und dem piano-geführten dramatischen „Grey the blue“ sowie dem tieftraurigen emotional berührenden „Weh:mut“ eher überschaubar und der Rest geht leider nur als solide Kost durch. Es bleibt eine gute Idee für ein interessantes Konzept, die aber zu konventionell umgesetzt wird und so nur die Fans überzeugen dürfte.

Anspieltipps:

  • Undividable
  • Grey the blue
  • Weh:mut

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