The Antlers - Burst Apart - Cover
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The Antlers Burst Apart


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Hospice“ (2009) war das erste Album der Band The Antlers als Trio. Zuvor hatte Peter Silberman die beiden Alben „Uprooted“ (2006) und „In The Attic Of The Universe“ (2007) alleine fertig gestellt. Es sollte auch das Album sein, durch das die Band aus New York hervorragende Kritiken einheimsen und einen ordentlichen Popularitätsschub erfahren sollte. Die in einem Krankenhaus spielende Liebesgeschichte war mit seinen berauschenden Kompositionen einfach zu herzzerreissend, als dass sie hätte unbeachtet bleiben können. Mit „Burst Apart“ folgt nun das vierte Album von The Antlers, auf dem die Band mit dezenten elektronischen Elementen experimentiert und sich mit zugänglicheren Songs präsentiert.

Die Stücke auf Burst Apart sind – gemessen an den stetig brodelnden und in unermesslicher Traurigkeit emotional ausbrechenden Liedern auf „Hospice“ – relativ schlicht gehalten. Nur wenige Lieder überschreiten die fünf Minuten-Marke, das Tempo ist meist gleichbleibend langsam und auch die Lautstärke variiert innerhalb der Lieder meist lediglich marginal. The Antlers konzentrieren sich voll und ganz auf die schillernde Atmosphäre und die klagend helle Stimme ihres Sängers Peter Silberman. Sie nehmen sich damit jedoch eines ihrer stärksten Stilmittel, nämlich die lautstarken, mitreißenden Aufbauten von Songs wie „Kettering“ oder „Wake“. Auch kommt „Burst Apart“ ohne konzeptuellen Hintergrund aus, was nicht weiter stören soll, aber ein weiterer Hinweis für die Vereinfachung der Arbeitsweise der Band ist.

Die Produktion ist – passend zu den eher bedachten Songs – mit „Burst Apart“ sehr viel klarer, weniger scheppernd und rauschend geworden. Die Lo-Fi Aufnahmequalität ist somit einem sehr viel professioneller wirkendem Soundbild gewichen. „Rolled Together“ ist ein gutes Beispiel für den sehr detaillierten und plastischen Klang des Albums, welcher die manchmal ausschweifenden Kompositionen sehr gut einfängt. Bei diesem Stück legen sich die schimmernden, elektronischen Effekte wie sanfte Polster unter den träumerischen, mehrstimmigen Gesang. Wenn später langsam Schlagzeug und Gitarre einsetzen, erstrahlt das nuancierte Zusammenspiel auf beeindruckende Weise.

„Burst Apart“ ist ein atmosphärisch sowie gesanglich unheimlich starkes Album, kommt jedoch fast ohne Höhepunkte daher, und genau hier besteht das Problem. Zu Beginn berauschen den Hörer die Klänge und Emotionen noch, die The Antlers entwerfen. Mit der Zeit kann sich jedoch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den sehr ähnlich klingenden Songs einstellen. „I Don't Want Love“ ist als Opener doch ein wenig flach geraten, „French Exit“ oder „Every Night My Teeth Are Falling Out“ können jedoch auch nach mehrmaligem Hören noch überzeugen, großer Höhepunkt ist das bereits erwähnte „Rolled Together”. Instrumentals wie „Tiptoe“ sowie die Trompete von „Hounds“ sind auch eine willkommene Abwechslung, insgesamt wirken The Antlers hier jedoch spannungsloser als zuvor. Lieder wie „Parantheses“ und „Tiptoe“ fühlen sich irgendwie unfertig an und schließen einfach mit einem Fadeout ab. The Antlers bieten mit „Burst Apart“ somit weiterhin tief melancholische Songs, die perfekt produziert worden sind, können jedoch durch einige Schwächen nicht ganz an den so niederschmetternden Vorgänger anknüpfen.

Anspieltipps:

  • No Widows
  • Rolled Together
  • Every Night My Teeth Are Falling Out
  • Hounds
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