Jenix - Kill The Silence - Cover
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Jenix Kill The Silence


  • Label: JNX Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Produktionstechnisch ist das Album der Sachsen eine wahre Ohrenweide.

Zittau. Wo ist denn bitte Zittau? Nun, für wen Cottbus schon nicht mehr in deutschen Landen angesiedelt ist, der muss sich mit der letzten Feste vor Tschechien erst noch bekannt machen. Nicht mal 30.000 Einwohner hat die Stadt und da kann man schon davon ausgehen, dass Jenny, Tobias, Ferdinand und Jan von der kompletten Innenstadt mit Vornamen angesprochen werden. So erklärt sich im Kreis natürlich auch die Fanbase und auch für deutschlandweiten Erfolg hat der Vierer ein paar Argumente.

Jugendlich, frisch und lebendig will sich mit 13 Liedern in 50 Minuten das quantitativ gut ausgestattete Album präsentieren und dabei mit guten Melodien und einer Mischung aus Rock und Chart orientierten Klängen eine gute Figur machen. Den Anfang macht „Catch Fire“ und gibt sich tatsächlich erwachsen, ambitioniert und darf sich bewusst rockig nennen. Leider geht es von da an erst mal bergab. Das anschließende „Here We Go Again“ weiß nicht so recht in welche Richtung es will und einigt sich auf einen unkomplizierten Chorus, der leicht ins Ohr gehen soll, aber auch genauso leicht wieder verschwindet. „Almond Tree“ setzt mit Elektro-Gedudel noch einen drauf und gibt den Weg der Orientierungslosigkeit vor.

„Castle In The Air“ ist nah vorbei daran alteingesessenen Anime-Fans einen Gefallen zu tun, die für eine Würdigung des Filmes „Laputa – Castle In The Sky“ bestimmt dankbar gewesen wären. So muss man mit einer weiteren Stadion-Ballade/Hmyne vorlieb nehmen, die sich mit „Picture“ darum streitet, welches Lied schneller zum Feuerzeug zücken einlädt. Letzteres behält aufgrund U2-esker Riffs die Oberhand und zeigt Facettenreichtum im Detail. Trotzdem hallt der Sound von College-Rock und unfertigen Ideen hinterher. Auch „Almond Tree“ muss nicht allein bleiben, da der Titeltrack den Auftakt in Manier von The Killers richtig gut beginnt und dann den Synthie-Teufel doch wieder zu sehr das Steuer übernehmen lassen.

Produktionstechnisch ist das Album der Sachsen eine wahre Ohrenweide. Nur die Lieder können leider nicht ganz mithalten. „Covergirl“ bietet mit der „Die Plattenfirma benutzt dich nur, Mädchen!“-Thematik nichts Neues oder Außergewöhnliches und steht im Schatten von gestandenen Songs dieser Sorte wie P!nks „Don't Let Me Get Me“. Junkfood statt großem Kino, obwohl es auch da ja nur Popcorn und Nachos gibt. Das Vergnügen auf „Kill The Silence“ ist kurzweilig und nicht immer befriedigend, was schade ist, wenn man die wirklich ausdrucksstarke Stimme der Sängerin oder den Opener des Albums hört. Einfachheit kann sein Gutes haben, aber hier macht die Band es sich zu einfach indem sie auf leicht zu summende, aber schwer zu behaltene Refrains setzen und in den Strophen einfach nicht die zündende Idee finden, was sich wie ein Virus über das Album ausbreitet.

Anspieltipps:

  • Catch Fire
  • Kill The Silence
  • Picture

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