Soundtrack - Transformers - Dark Of The Moon - Cover
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Soundtrack Transformers - Dark Of The Moon


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Über die Praktiken der Musikindustrie muss man mittlerweile nur mehr den Kopf schütteln, denn wie kann es sein, dass ein Soundtrack zu einem Hollywood-Blockbuster wie „Tranformers: Dark Of The Moon“, der ein Millionenpublikum anspricht und als reines PR-Produkt seinen Weg in die Händlerregale findet, in seiner physischen Ausgabe im Vergleich zu der digitalen Version, die immerhin um drei Songs aufgewertet wurde (Biffy Clyro „Many Of Horror“, Stone Sour „The Pessimist“, Serj Tankian „Gate 21“), den geringsten Mehrwert besitzt (von der mehr oder weniger vernachlässigbaren heimischen Draufgabe von Beatsteaks „House on fire“ einmal abgesehen)? Ist die Angst vor Raubkopien derartig groß, dass angemessene Editionen nur mehr über ITunes & Co. zu beziehen sind, wo der Besitzanspruch der Bits und Bytes von einer Festplatte oder einem Server geladen werden müssen?

Wäre dies im aktuellen Fall schon alles, könnte vehementes Kopfschütteln das Ärgernis womöglich übertünchen, da es vom großartigen Score von Steve Jablonsky („Die Insel“, „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“), der bislang immer als CD veröffentlicht wurde und eine willkommene Abwechslung zu den großteils nichtssagenden oder rein klassischen Actionfilmuntermalungen darstellte, keine Veröffentlichung gab, ist jedoch unentschuldbar. Glaubt man offiziellen Aussagen ist daran zwar Regisseur Michael Bay (The Rock, Pearl Harbor, Die Insel) schuld, der dem Produkt seinen Segen geben wollte und dies im Promostress schlichtweg vergessen hatte, wieso es von Jablonskys Score dann aber einen regulären Eintrag auf Apples Downloadplattform gibt, ist im Bezug darauf allerdings mehr als widersprüchlich.

Doch kommen wir zur Musik des Soundtracks, die nicht, wie man sich vielleicht denken könnte, ausschließlich Songs enthält, die im Film verwendet wurden, sondern mehr eine Zusammenstellung von Tracks darstellt, die als Hoffnungsschimmer zum düsteren Grundthema des dritten Transformersteils verstanden werden wollen. Tatsächlich in der Krawallorgie von Bay vorgekommene Stücke wie Linkin Parks Feuerzeugschunkelnummer „Iridescent“, The Goo Goo Dolls Schmachtfetzen „All that you are“ oder Paramores 0815-Powerrocker „Monster“ fehlen zwar nicht, da im Film aber zu 75% Jablonskys Kompositionen zu hören sind, ist die Sinnfrage einer solchen Veröffentlichung natürlich allgegenwärtig.

Mit der Nickelback-Imitation Art Of Dying („Get thru this“), ausgelassenen Partytracks (Taking Back Sunday mit „Faith (When I let you down)“, Theory Of A Deadman mit „Head above water“ oder dem schwachen „Set the world on fire“ der Black Veil Brides) und emotionalen Achterbahnfahrten (besonders stark: My Chemical Romance „The only hope for me is you“) ist jedoch der Grundstein für einen unbeschwerten Hörgenuß gelegt, der z.B. bei längeren Autofahrten auch auf höherer Lautstärke mit seiner Bandbreite aus Rock, Metal und Pop überzeugt. Wirkliche Ausreißer aus der andächtigen Highschoolradiomischung wie Stainds tiefer gelegte Riffkanone „The bottom“, Skillets Symphonic Rock im Handtaschenformat („Awake and alive“) oder Mastodons lässig aus der Hüfte geschütteltes ZZ Top-Cover „Just got paid“ sind an einer Hand abzuzählen, bilden bei einem auf Nummer sicher gehendem Massenprodukt aber sowieso immer die Ausnahme. Wo wir dann wieder beim Wunsch nach einer regulären Veröffentlichung des Jablonsky-Scores wären. Verdammter Teufelskreis!

Anspieltipps:

  • Staind - The Bottom
  • Mastodon - Just Got Paid
  • Skillet - Awake And Alive
  • My Chemical Romance - The Only Hope For Me Is You

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