J.B.O. - Killeralbum - Cover
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J.B.O. Killeralbum


  • Label: Megapress/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Niemand fragt heute noch, wie lange es J.B.O. schon gibt, wie lange es sie noch geben wird oder ob sie versuchen, irgendjemandem gerecht zu werden, außer den eigenen Fans. In „Drei Akkorde“ auf dem neuen „Killeralbum“ bedeutet man dem Hörer ja auch wieder, dass zwei Akkorde mehr als genug sind, um den J.B.O.-Fan glücklich zu machen. Hier soll nicht nachgedacht werden, sondern zu witzig gemeinten Texten gerockt und gelacht werden. So einfach das Rezept, aber genau so einfach geht das am Gros der Gesellschaft vorbei und daneben.

Im Gegensatz zum letzten Alben schafft es die Comedy-Rocker-Riege am Anfang mit allgemein guten Texten zu überzeugen. „Dr. Met“ und „Rock‘n‘Roll Märtyrer“ sind eine Ode für den Rock und gegen das Songwriting und wie hart das Rockerleben doch ist. Sogar J.B.O.-Kritiker müssen selbst schmunzeln, wenn die Männer davon sprechen, wie schwer es ist, witzige Texte zu schreiben. Musikalisch müssen sich Hörer nicht groß nach Leckerbissen umsehen. Ohrwurmmelodien oder Besonderheiten sucht man wie so oft vergebens. Lustig oder nicht, J.B.O. Haben noch nicht oft die Melodien gefunden, die letztlich im Kopf bleiben möchte.

„Killer“ beweist gleich nach „Rock'n'Roll Märtyrer“, dass es auch den Altmeistern immer schwerer fällt lustige Ideen zu finden. Killern statt killen ist keine Überraschung und findet keine echte Pointe. „Armageddon“ unterstreicht noch mal den recht flachen Humor. Der Höhepunkt des Albums ist noch „Dadadidadadadei“, in welchem die politischen Probleme der Tagesthemen aus den letzten 10 Jahren heruntergespielt werden. Das Ganze zu einer gemütlichen Lagerfeuerhymne und fertig ist der geistreichste Song des Albums. Für den Song ist das gut, für das Album weniger.

Wer nach schwachbrüstigen Alternativen zum letzten Rammstein-Album sucht, der wird bei Liedern wie „Kalaschnikow“ und „Ich bin Dein“ fündig. Aber wer bitte sucht den so was? Gerade bei ersterem Lied ist die Grundidee doch richtig gut. Mischung aus Ballade, Pop und Rock aller Arten verspricht ein Abwechslungsreiches Lied, das mit plötzlichen Brüchen spielen will, was aber schnell überreizt wird. „Jenseits“ als Coversong, den jeder selbst erkennen darf, gehört ebenfalls zu den starken Momenten. „Ich weiß, du suchst in diesem Lied nach einem Sinn“, singen J.B.O. und sind abermals herrlich selbstironisch und mit der bekannten Melodie zünden die Ideen auch tatsächlich wieder. Gleiches gilt für „Download“.

Im Schlussspurt wird dann wieder Feines für Schwachsinn-Liebhaber serviert, wenn „Heimatlied“ mehr oder weniger sinnlos drei Minuten lang Ortsnamen aufzählt und mit Prag wohl die Heimat ausmacht oder „3 Tage Blau“ als Rock-Alternative zu „3 Tage Wach“ geboten wird. „Nein Mann“ als Wiederverwurstung von Laserkraft 3D ist unter aller Schublade, aber genau da sehen sich J.B.O. Textlich nicht ungern und somit werden die Fans zufrieden moschen, während Andere den Kopf in die offenen Handflächen rammen. Frei von jeglichen Maßstäben bringen J.B.O. also ihr x-tes Album heraus und jene, die das Album interessiert achten sowieso nicht auf die völlig unqualifizierten Zahlen, die diese CD bewerten sollen.

Anspieltipps:

  • Rock'n'Roll Märtyrer
  • Dadadidadadadei
  • Jenseits

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