Poisonblack - Drive - Cover
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Poisonblack Drive


  • Label: Hype Records/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz der grandiosen Atmosphäre und dem bewährten Düstertouch ist das vierte Album der Sentenced-Nachfolger nicht überall auf Gegenliebe gestoßen. „Of Rust And Bones” (03/2010) verfolgte die Verlagerung Poisonblacks in erdigere Gefilde zwar konsequent weiter und vergaß nicht gänsehautfordernde Balladen beizusteuern, doch vielen missfiel der schleppende Gestus der meisten Kompositionen. Die Folge war der Split mit Century Media und auch Gitarrist Janne Markus sah in der Band seine „Ziele und Ambitionen“ nicht mehr ausreichend verwirklicht und stieg aus. Der verbliebene Kern (Ville Laihiala (Gesang, Gitarre), Antti Remes (Bass), Marco Sneck (Keyboard) und Tarmo Kanerva am Schlagzeug) ließ sich davon allerdings nicht unterkriegen und veröffentlichte gerade mal ein Jahr später in Finnland den Nachfolger „Drive“.

Der ist nun endlich auch bei uns eingetroffen und stellt die Fans vor eine harte Probe. Poisonblack verabschieden sich darauf fast völlig vom Status des nebelverhangenen Irrlichts und präsentieren sich als ungestüm-harte Rockband mit Gothic-Touch. Beinahe jeder Track bricht mit einer Gewalt aus den Boxen, wie man sie von den Finnen nicht gewohnt ist und auch Reibeisen Ville gibt nicht mehr den betörenden Kuschelbären, sondern die um sich schlagende Rampensau. Aus diesen aufbegehrenden, riffgetriebenen Kompositionen kristallisieren sich zwar nach und nach einige gelungene Hardrock/Gothic Metal-Nummern heraus („A good day for the crows“, „Maggot song“), doch die Mehrheit bleibt im Mittelfeld stecken und evoziert B-Seiten-Charakter.

Sogar die balladesken Nummern, die ansonsten immer die verletzliche Ader der Band transportierten, dümpeln dieses Mal nur zwischen bemüht („Futile man“), ordentlich („Scars“) und überladen („From now-here to nowhere“) umher, ohne das Album wirklich zu bereichern. Hat man den ersten Schock bzgl. der unvorhergesehenen Radikalität von „Drive“ abgelegt, bleibt ohne Frage ein souveränes Machwerk für die Hardrock-Klientel über, ob dies der richtige Weg ist, wagt der Verfasser dieser Zeilen allerdings zu bezweifeln.

Anspieltipps:

  • Scars
  • Maggot Song
  • A Good Day For The Crows

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