Iwrestledabearonce - Ruining It For Everybody - Cover
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Iwrestledabearonce Ruining It For Everybody


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ruining It For Everybody“ ist nicht einfach nur musikalischer Exorzismus, sondern behandelt prinzipiell emotionale Themen.

Motivation lautet das Stichwort. Motivation um eine Band wie Iwrestledabearonce in das Abspielgerät zu legen und am Stück über sich ergehen zu lassen. Nach dem Höllentrip „It´s All Happening” (08/2009) ist es schließlich nicht einfacher geworden dem durchgeknallten Mathcore/Avantgarde Metal von Krysta Cameron (Gesang), Steven Bradley (Gitarre, Keyboard, Samples), Mike Martin (Bass), John Ganey (Gitarre, Keyboard, Samples) und Mikey Montgomery (Schlagzeug) zu folgen und in seiner Gänze zu verstehen. „Ruining It For Everybody“ ist der hämisch grinsende Beweis dafür. „Iwrestledabearonce spielen nicht nach den Regeln“ heißt es immerhin zu Beginn des Promozettels und, oh mein Gott, wie Recht er behält.

Was noch als Ausflug in die nächstbeste Spacedisco beginnt („Next visible delicious“), steigert sich nach kurzer Zeit in einen wild um sich schlagenden Noisecore/Experimental Wasauchimmer Metalcocktail, der mehr als einmal über das Ziel hinausschießt und nebst Jazzgeklimper und melodischen Gesangspassagen alles aufbietet, was eigentlich nicht zusammengehört. „Wir machen verdammt noch mal einfach das, worauf wir Lust haben und normalerweise sind die Leute davon angepisst. Wir nehmen gerne Elemente von jedem Stil und Genre und verderben sie für jeden“ - Ganz wie den leckeren Kuchen auf dem Cover mit all den Zigarettenstummeln und Maden. Alles klar!

„Ruining It For Everybody“ ist aber nicht einfach nur musikalischer Exorzismus, sondern behandelt prinzipiell emotionale Themen, die durch den sprunghaften Charakter der Stücke die zerrissene Gefühlswelt der Protagonisten unterstreichen soll. Das gipfelt einerseits in einen spannenden Schlagabtausch aus krankem Geschrei und einer Whitney Houston-Gedächtnisgospeleinlage („Deodorant can´t fix ugly“) oder vermengt auf der anderen Seite böse Death Metal-Attacken mit sehnsuchtsvollen Hilferufen („It is „bro“ isn´t it“). „Einfache“ Kost tischen Iwrestledabearonce nur sehr selten auf wie z.B. im unruhig-brodelnden „This head music makes my eyes rain“ oder dem stellenweise recht hymnischen Post Hardcore-Ausbruch „Break it down camacho“.

Als besondere Leckerbissen (Vorsicht: Erstickungsgefahr!) kristallisieren sich aber „Stay to the right“ mit wüster Attitüde und unglaublich genialem Industrialfinale, sowie „Karate nipples“ als von vorne bis hinten bescheuert-faszinierende Ansammlung von Gegensätzen (man stelle sich einfach einen Bastard aus No Doubt, Whitechapel, Static-X und At The Drive-In vor) heraus, die den Entdeckungsdrang beim Hörer schüren. Stumpf und ohne Ziel vor den Augen ist „Ruining it for everybody“ also zu keiner Zeit, die Frage ist nur, ob man sich auf diesen bitterbösen Mindfuck aus Grindcore, Jazz, Pop, Electronic, Industrial, Metalcore, Death Metal und Noise mit stark avantgardistischen Tendenzen, der sich einen Dreck um gängige Hörkonventionen schert, einlassen kann. Das Stichwort lautet: Motivation.

Anspieltipps:

  • Karate Nipples
  • Stay To The Right
  • It Is “Bro” Isn´t It?
  • Deodorant Can´t Fix Ugly

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