Daan - Manhay - Cover
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Daan Manhay


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Menschen, die können nicht genug bekommen. Dazu zählen wir besonders jene, die so unersättlich sind wie der Belgier Daan Stuyven. Modemacher, Schmuckdesigner, Maler, Bildhauer und Autor in einem ist keine Alltagsleistung und als wäre das nicht genug, macht der gute Mann schon seit der Jahrtausendwende Musik. Wer also aus Belgien im besten Falle dEUS kennt, der hat endlich einen weiteren Grund gefunden, sich der belgischen Musikszene zuzuwenden. Mit „Manhay“ kommt nun Album Nummer fünf auf den Markt und gleich mit dem ersten Stück beweist Daan, dass er auch für seine Musik noch genug Kreativität aufbringen kann.

„Exes“ klingt – wie das ganze Album – auf seine Weise bodenständig und auch wenn sich der Opener der Schwere des Blues entzieht, kann er nicht die altmodische Ader ablegen, die auch Moneybrother aus Schweden ausmacht. Genauso lebendig und erfrischend wirkt die Nummer mit Piano, Keyboard-Sounds und jeder Menge Rock'n'Roll aber auch, was für Pluspunkte bei sämtlichen Rock-Fans aller Altersklassen sorgen sollte. Ansonsten gönnt sich der gute Herr Stuyven die Ruhe eines Leonard Cohen. Kein überschwänglich Pop, sondern tiefe Töne und schwere Melodien. Nüchterne Texte paaren sich mit prägnanten Basslines und langsamen Strukturen. Fast folklorisch-western-mäßig wird es in „Icon“.

Wer auf tiefe Stimmen und eigene Melodien steht, der ist hier an der richtigen Adresse. Der Grat zwischen Rock und Pop ist somit bis zu „Friendly Fire“ völlig vergessen, das wieder eine echte Pop-Nummer darstellt. Hier tut das altmodische Moment der vorigen Songs nicht so gut und auch die Pop-Rock-Hymne „Crawling From The Wreck“ verliert sich in den Sphären der 90er. Daan macht kein Geheimnis daraus, dass er eben doch eine Altersklasse erreichen möchte. Auch für dEus-Freunde bietet der Belgier mit „Radio Silence“ eine Portion psychedelischen Rock mit Anklang des letzten Jahrzehnts.

Ansonsten zeigt sich Daan in seinen ruhigeren Momenten auch von der zärtlichen Seite, wenn er in „ A Great Retriever“ und „Beauty Calls Collect“ zu schmachtenden Tönen anschlägt und die Cohen'sche Coolness wie in „Bad Boy, Bad Girl“ hinten anstellt. Manch einer möchte auch noch den Schlusstitel „The Stealing Kind“ dazu zählen, doch hier übertreibt es der Solo-Musiker mit konventionellem Crescendo, welches mehr überladen als treffend ist. Da lobt man sich „Decisions“, das in die Fußstapfen der hervorragenden Eröffnung tritt und daran erinnert, warum man dieses Album überhaupt erst ins Herz schließen wollte. Eine Mischung aus diesen Moneybrother-Rockern und Leonard Cohen hätte die Grundlage für ein richtig großes Album sein können. So muss man sich mit einem guten Album zufrieden geben, das nicht großartig aus der Masse heraus scheint, sich aber auch nicht in dieser zu verstecken braucht.

Anspieltipps:

  • Exes
  • Icon
  • Bad Boy, Bad Girl

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