Prince - Purple Rain - Cover
Große Ansicht

Prince Purple Rain


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Purple Rain“ gelang dem kleinen Mann mit den hohen Absätzen im Jahr 1984 der weltweite Durchbruch. Bis heute zählt der Soundtrack zu dem gleichnamigen Film, in dem Prince auch die Hauptrolle spielte, zu den besten Veröffentlichungen des Multiinstrumentalisten aus Minneapolis. Bereits zwei Jahre zuvor ebnete Prince dem mit dem Album „Purple Rain“ einhergehenden Welterfolg den Weg. „1999“ hieß das Vorgängerwerk von 1982, das die ersten Top-10-Single-Hits für Prince abwarf und eine Entwicklung hin zum radiokompatiblen Massengeschmack markierte. Die Songs „1999“ und „Little red corvette“ erreichten hohe Platzierungen in den (allen voran US-amerikanischen) Charts und finden sich auch heute noch in der Playlist jedes gut aufgestellten Popradiosenders. 1984 konnte Prince dann den Erfolg nochmals toppen: „Purple Rain“ hielt sich 24 Wochen an der Spitze der US-Charts und konnte Fans wie Kritiker gleichermaßen überzeugen. Prince war im Mainstream angekommen.

Kamen die vorherigen Alben (allen voran „Controversy“ und „1999“) noch als lupenreine Pop-Platten mit Synthie-Sounds und elektronischen Elementen daher, dominiert auf „Purple Rain“ der aggressivere, da rockigere Grundton. Nicht das Prince bei „Purple Rain“ auf Synthie und Drum-Computer verzichtet hätte. Den Genres der elektronischen Tanzmusik und des Electro Funk nimmt sich Prince auch auf seinem sechsten Album an. Der Gitarre jedoch gewährt Prince auf „ Purple Rain“ den nötigen Raum, um Stücken wie „Let’s go crazy“ oder „When doves cry“ die nötige Härte zu verleihen. „Let’s go crazy“ ist ein wuchtiger Rock-Opener, dessen langes Intro inklusive einer von Prince gesprochenen Abhandlung über das Leben nach dem Tod, den Nährboden für den temporeichsten Song des Albums darstellt. Der Rock’n’ Roll der 50er- und 60er-Jahre stand hier ohne Frage Pate. Auch auf „When doves cry“ dominiert die elektrische Gitarre. Das flatternde, verzerrte Intro ist bis heute oft kopiert aber die Klasse des Originals nie erreicht worden. Der Song eignet sich trotz seines Rock-Einschlages dennoch auch für die Tanzfläche, elektronisch erzeugte Beats und Loops sorgen für die nötige Tanzbarkeit und an den Keyboards dominieren die Stakkato-Figuren. „When doves cry“ kommt im Übrigen gänzlich ohne Bass aus. Der Song sollte sich zu einem der größten Hits von Prince entwickeln und in den USA zur Single des Jahrs gewählt werden. „Computer Blue“ und „Baby I’m a star“ runden das Bild eines zu weiten Teilen gitarren-infizierten, schnellen und rockigen Albums ab.

Daneben besticht „Purple Rain“ durch eindringliche, intensive Balladen, die Prince nutzt, um seine verschiedenen stimmlichen Facetten und gesanglichen Fähigkeiten zu verdeutlichen. „The beautiful ones“ (der Legende nach bezieht sich der Song auf die Schwester seiner Gitarristen Wendy, Susannah Melvoin) wird getragen von seinem elegischen, wimmernden Falsett-Gesang, während „Purple Rain“ mit den tiefen Tönen und Stimmlagen versehen wird. „Purple Rain“ ist ein bombastisches, fast neun Minuten langes Epos, in dem Prince eine Art spirituelles, übernatürliches „Gelobtes Land“ besingt. „Purple Rain“ wurde als einer von wenigen Songs bis heute auf jeder Prince-Tour gespielt – mit Ausnahme einer Tour, die Prince in den 90er-Jahren unter einem anderem Pseudonym bestritt. Prince unterliegt hier und da und allen voran bei den Balladen seinem Hang zum Pomp und Pathos, die ruhigen Stücke auf „Purple Rain“ bewegen sich demnach oft an der Grenze zum Kitsch. Aber das ist ein erträglicher Kitsch, den uns Prince da vorsetzt. „I would die 4 u“ – die vierte und letzte Single des Albums – kommt wieder funky und energiegeladen daher, hier beherrscht die alles überstrahlende Drum Machine die Szenerie.

„Purple Rain“ zeigt Prince auf der Höhe der (damaligen) Zeit. Moderne Sounds und synthetische Klänge kombiniert mit tanzbaren Beats, einer gehörigen Portion Funk und großen Balladen: „Purple Rain“ gehört zu den stärksten Alben des Prinzen.

Anspieltipps:

  • The beautiful ones
  • When doves cry
  • I would die 4 u
  • Purple Rain

Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Prince“
comments powered by Disqus