SuperHeavy - SuperHeavy - Cover
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SuperHeavy SuperHeavy


  • Label: A&M/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit SuperHeavy bekommen wir es schon wieder mit so einem Supergruppending zu tun, bei dem sich offenbar nicht ausgelastete Superstars in einem Nebenprojekt die Zeit um die Ohren hauen. Neu ist in diesem Fall, dass sich die Protagonisten aus den verschiedensten Genres zusammensetzen – als da wären: Rock, Pop, Reggae, Soul und Filmmusik – und diese stilistisch in einen großen Topf schmeißen, um daraus ein für den Hörer funktionierendes Destillat zu zaubern.

Jetzt sollte man meinen, dass so ein Experiment problemlos funktioniert, wenn die beteiligten Musiker auf so erlesene Namen wie Dave Stewart (Gitarre), Mick Jagger (Gesang, Gitarre), Joss Stone (Gesang), A. R. Rahman (Gesang, Piano, Synthesizers) und Damian Marley (Gesang) lauten. Doch trotz des spürbaren Willens, so viele Genres wie möglich harmonisch miteinander zu vereinen, tun sich die Musiker auf dem Weg zu ihrem Ziel schwer und lassen furiose Momente völlig vermissen.

Was mit der ersten Singleauskopplung, „Miracle worker“, noch so viel versprechend begonnen hatte, wird auf Albumlänge zu einer zähen Angelegenheit, bei der die Vorfreude und Spannung mit fortschreitender Spieldauer immer mehr auf der Strecke bleibt. Dabei gäbe es so viele Reibepunkte zwischen den Musikern, die sich in den Songs hätten widerspiegeln können. So ist es schon schwer genug, zwei so dominante Stimmen wie die von Mick Jagger und Joss Stone gleichberechtigt unter einen Hut zu bringen. Am Ende gewinnt meistens Mick Jagger (68) als dienstältestes Gruppenmitglied, das nicht selten wie ein paarungsbereiter, blökender Schafbock voranprescht („Beautiful people“), während sich die restlichen Kollegen hinten anstellen dürfen („I can’t take it no more“).

Eine Sensation ist das SuperHeavy-Werk nicht geworden. Nein, es ist noch nicht einmal ein besonders relevantes Album aus der Kollaboration der fünf Musiker entstanden. Denn dazu sind die Stilvermischungen zu dezent und die Songs viel zu gewöhnlich ausgefallen. Bezeichnend dafür ist, dass mit „Warring people“ eine der besten Kompositionen aus den diversen Sessions, die in den USA, Südfrankreich, Zypern, Türkei, Indien und in der Karibik stattfanden, nur als Bonus Track der Deluxe Ausgabe angeboten wird. So darf es keinen wundern, wenn diese Supergruppe weit weniger Aufmerksamkeit erhalten wird, als die Namen der Mitglieder versprechen. Und wer ehrlich ist, wird zugestehen müssen, dass „SuperHeavy“ als Debüt einer unbekannten Newcomerband mit seiner grenzenlosen Schlichtheit komplett absaufen würde.

Anspieltipps:

  • Energy
  • Miracle worker
  • One day one night
  • World keeps turning

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