Wirtz - Akustik Voodoo - Cover
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Wirtz Akustik Voodoo


  • Label: Wirtz Musik/Tonpool
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ähnlich den Beginnen der inzwischen recht abgeflachten Kombo Oomph! macht Wirtz Musik, die düster und nachdenklich wirkt und das ganze Programm mit toller Produktion und (hoffentlich) guten Melodien zu untermalen versucht. Wer die Boxen aufdreht und echte Lautstärke erwartet wird nicht enttäuscht, denn auch auf seinem dritten Album lässt es der Frankfurter so richtig krachen. Was die Texte angeht, geht es jedoch einen Schritt in die falsche Richtung. Anstatt der klaren Sprache seiner letzten Alben wandelt Wirtz nun auf Pfaden von Bands wie Schandmaul. Die Musik ist weiterhin laut, bestimmt und oft vorantreibend, doch die Texte sind kryptisch oder versuchen es zumindest zu sein. Warum der Mystizismus? Das fragt man sich zu Recht, da neben den Melodien nur noch wenig zünden möchte.

Zu „Akustik Voodoo“, „Der lange Weg“ oder „Gebrannte Kinder“ lässt sich wunderbar rocken, doch eine Nachricht nimmt man aus den Texten leider nicht mit. Ebenso muss man die Härte nahezu immer mit düsteren Aspekten verbinden. Die Grundstimmung des Albums gibt leider nicht allzu viele Facetten preis. „Goldenes Kind“ schafft es noch am ehesten, den Hörer aus dem Schema F des Albums zu reißen und sorgt für Bewegung, die nicht nur in Trance ähnliches Tanzen mit ernstem Gesicht ausartet. Trotzdem muss man dem ernsten Grundton des Albums zugestehen, dass er funktioniert und für durchschnittlich guten Rock sorgt.

Die Balladen hätte Wirtz sich letztlich sparen können, da „Strom Der Zeit“ aus dem Nichts kommt und genau dahin verschwindet, so wird das Album aus den Fugen gerissen und auch der Abschluss „Weiße Stellen“ ist nicht überragend. Allein den geradlinigen und ehrlichen Text des Schlusstracks muss man ganz klar als Vorteil bewerten.

Alles in Allem steht am Ende aber ein Album, das nicht zünden mag, sondern auf einer einzigen Welle reitet, die einen bis ins Ziel tragen muss. Bei wem der Titeltrack schon nicht zündet, der wird auch mit dem Rest des Albums nicht warm werden. Zu sehr ähneln sich die Songs und geben keinen Spielraum für verschiedene Geschmäcker.

Anspieltipps:

  • Akustik Voodoo
  • Goldenes Kind
  • Weiße Stellen

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