All Time Low - Dirty Work - Cover
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All Time Low Dirty Work


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die amerikanische Punkrockgruppe All Time Low aus Baltimore begann ursprünglich im Jahr 2003 als High-School-Band, die sich die Zeit u.a. mit Blink-182-Coversongs vertrieb und noch vor dem Ende der schulischen Laufbahn ihrer Mitglieder einen Plattendeal einheimsen konnte. Inzwischen stehen ein halbes Dutzend Album-Veröffentlichungen für das Quartett zu Buche, das mit seinem neuen Werk „Dirty Work“ beim Major Interscope Records gelandet ist.

Keine Frage, da gehört diese Band inzwischen auch hin. Denn mit ihrem fröhlichen Pop-Punk á la Blink 182, Green Day oder auch Simple Plan sind All Time Low inzwischen mehr als reif für das Mainstreamradio. Mit der glattpolierten Produktion von „Dirty Work“ und den 15 catchy Songs toppen sie dabei sogar noch den gut geölten Vorgänger „Nothing Personal“ (09/2009) und liefern ein von Top-Studiocracks wie Butch Walker, David Khane und Matt Squire rundgelutschtes „Sommeralbum“ ab, das mit simplen Songs und zuckersüßen Melodien nur so um sich wirft.

Wer in diesem Zusammenhang natürlich nicht fehlen darf, ist Weezer-Chef Rivers Cuomo, der bereits auf dem aktuellen Simple-Plan-Werk „Get Your Heart On!“ (06/2011) herumturnt und nun zusammen mit All-Time-Low-Sänger und Gitarrist Alex Gaskarth die tanzbare (Pfui!) erste Singleauskopplung „I feel like dancin‘“ schrieb. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert...

„Dirty Work“ hat durchaus ein paar Momente, in denen poppige Gute-Laune-Songs wie „Time-Bomb“, „Just the way I’m not“ oder auch „Heroes“ sehr gut funktionieren und wie der Soundtrack zum nächsten College-Komödien-Blockbuster klingen. Dazu lässt es sich dann amtlich die Fäuste recken und aus vollem Hals mitgrölen. Verteilt über die gesamte Laufzeit des Albums schwankt das Niveau der Songs allerdings sehr bedenklich und auf der nach unten und oben offenen Seichtheitsskala schlingern All Time Low ein ums andere Mal bedenklich nah am Abgrund herum („Return the favor“, „No idea“). Das verdirbt am Ende den Hörgenuss an einer Band, die bei der Veröffentlichung ihres Debütalbums noch einigermaßen auf der Höhe des Zeitgeists war, sich aber inzwischen mit einer seltsamen Auf-Nummer-Sicher-Taktik auf einem völlig abwegigen Terrain bewegt.

Anspieltipps:

  • Time-Bomb
  • Forget about it
  • A daydream away
  • Just the way I’m not

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