Johnny Hiland - All Fired Up - Cover
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Johnny Hiland All Fired Up


  • Label: Mascot Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein, nein, das ist keine neue Folge von Bauer sucht Frau, in der der willige Bauer durch sein musikalisches Können potentielle Bäuerinnen anlocken will. Dieser nette Bursche mit Cowboyhut ist der aufstrebende Gitarren-Alleskönner Johnny Hiland, der bereits mit 2 Jahren die erste Gitarre in die Hände genommen hat. Nach einigen TV-Auftritten und gewonnenen Talentwettbewerben ist sogar Steve Vai aufmerksam geworden und hat ihm einen Plattenvertrag angeboten. Nun steht er da, der Mann aus Nashville, mit Jeans, Flanellhemd, Hut und seiner Gitarre auf einem Bauernhof inmitten von Hühnern und posiert für sein drittes Werk „All Fired Up“.

Hiland ist ein talentierter Saitenschwinger, oder besser Zupfer, denn er ist ein Spezialist des so genannten „Chicken Picking“. Obendrein ist er ein großer Country-Fan, was bereits zu Beginn des Albums zu hören ist und immer wieder hervorsprudelt. Wenn er seine Country-Einflüsse mal zur Seite stellt und sich mehr der Rockmusik zuneigt, dann ist sofort der riesige Einfluss von Joe Satriani herauszuhören, besonders in den Balladen „Forever Love“ und „Gone But Not Forgotten“, die wirklich sehr angenehm den Ohren schmeicheln. Wenn der Turbo gezündet wird, ist das nicht anders, denn „The Gloves Are Off“ hört sich nach einer Mischung der frühen Satriani-Werke mit dem Hiland eigenen Saitenzupfstil an - eine interessante und abwechslungsreiche Nummer.

Dass er ein sehr versierter Gitarrist ist, beweist Hiland unter anderem in „Six String Swing“, bei dem er seine Gitarre mit dem typischen Jazzklang ausstattet und swingt was das Zeug hält. In „All Fired Up“ fährt er eine richtig groovige Rock And Roll-Schiene und in „Bluesberry Jam“ haut er dem Hörer ein Tapping um die Ohren, wie einst der junge Eddie Van Halen. In diesem Track könnten Genrekenner erkennen, wer am Bass sein Unwesen treibt. (Tipp: einst bei Joe Satriani in der Band gewesen.) Die restlichen Stücke sind mittelmäßig bis solide, aber auch nicht mehr. „Minor Adjustment“ zum Beispiel hört sich trotz netter Melodie lediglich wie ein Abspulen von Tonleitern an. Als Bonus gibt es noch zwei Songs mit Gesang, die aber auch niemanden vom Hocker hauen werden.

Problematisch an „All Fired Up“ ist, dass bereits so viele Gitarristen vor ihm ähnliche und auch bessere Alben abgeliefert haben. Für Freunde instrumentaler Gitarrenpower absolut empfehlenswert, der Rest sollte erst mal rein hören, vor allem ob die vielen Countryeinlagen einem zusagen.

Anspieltipps:

  • All Fired Up
  • Gone But Not Forgotten
  • Six String Swing
  • The Gloves Are Off
  • Bluesberry Jam

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