ICS Vortex - Storm Seeker - Cover
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ICS Vortex Storm Seeker


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

2009 war es soweit. Nach zehn Jahren beim Black Metal-Flaggschiff Dimmu Borgir musste der Klargesangsbeauftragte und Bassist ICS Vortex die Segel streichen. „In Sorte Diaboli“ (04/2007) wurde sein letztes Album und „Abrahadabra“ (09/2010) durfte sich schon ohne das sanfte Organ des Norwegers behaupten, was wohl eine Rückkehr, abgesehen von den ständigen Streitereien innerhalb der Band, erschweren dürfte. Dennoch war der Aufschrei groß und viele vermissten zwischen Shagraths Growls seine beseelte Performance, die nicht selten das Tüpfelchen auf dem I für eine Dimmu Borgir-Komposition war. Schwamm drüber! Herr Hestnæs (so sein bürgerlicher Name) ist immerhin schon letztes Jahr wieder bei Borknagar eingestiegen und hat mit „Storm Seeker“ nun seine erste Soloplatte am Start.

Bevor allerdings das nächste Oeuvre der progressiven Schwarzmetaller 2012 in den Läden steht, darf ICS Vortex Alleingang genauer unter die Lupe genommen werden. Dieser hat so gut wie gar nichts mit bombastischem und donnernden Black Metal am Hut, sondern will sich als schubladenfreier Bastard verstehen, der offenbar noch nicht seine goldene Mitte gefunden hat. „The blackmobile“ bietet zwar durch zackige Riffs Anknüpfungspunkte an den früheren Arbeitgeber Hestnæs, der restliche Output kann mit derartigen Parallelen jedoch nicht mehr dienen, denn entweder wildert ICS Vortex im Pagan Metal („Odin´s tree“) und vermengt diesen mit klassischen Progressive Rock-Anleihen („Skoal!“) oder bedient sich überhaupt bei 70er Jahre Hardrock („Oil in water“), der auch gerne mal atmosphärische Nebelschwaden zieht („Storm seeker“) und alte Doom-Heroen zitiert („Flaskeskipper“).

So spannend diese Mixtur in der Theorie klingen mag, so flügellahm ist sie in der Praxis. Viele Nummern mäandern andächtig vor sich hin, setzen aber weder melodisch noch in irgendeiner anderen Form Akzente („Windward“, „Shuffled off“) und wenn die höhenlastige Abmischung mal dynamischere Wechsel zu verbuchen hat, dann nervt entweder ICS Vortex schräger Gesang („Aces“) oder das Songkonstrukt scheitert aufgrund allzu herber und wenig nachvollziehbarer Taktwechsel („Dogsmacked“). Wer mit „Storm Seeker“ also eine Dimmu Borgir-Alternative erwartet hat, wird schwer enttäuscht werden und selbst aufgeschlossenere Hörer dürften dem Material nicht allzu viel abgewinnen dürfen, denn dafür bricht der erste Alleingang von ICS Vortex zu unkontrolliert nach allen Seiten aus ohne eine davon mitreißend zu gestalten.

Anspieltipps:

  • Oil In Water
  • Storm Seeker

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