And So I Watch You From Afar - Gangs - Cover
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And So I Watch You From Afar Gangs


  • Label: Richter Collective/RoughTrade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum haben die vier Nordiren in 2009 ganz schön hohe Wellen geschlagen, jedenfalls in Post-Rock Kreisen. Die einen konnten mit dem Album nicht warm werden, die anderen feierten es als einzigartiges Energiebündel in dem Genre. Dabei haben ASIWYFA, wie sie gerne abgekürzt werden, eine Formel weiterentwickelt, die die Herren von Pelican oder auch Russian Circles mit ihrem Debüt „Enter“ benutzt haben, nämlich harte und mächtige Gitarrenangriffe, die immer wieder alles in den Schatten stellen. ASIWYFA stehen auf spontane Riffwechsel und einen fetten, rohen Gitarrensound. Ihre Musik beschäftigt sich nicht mit dem üblichen Geplänkel um Stimmung und Atmosphäre, hier wird vor allem instrumental abgerockt, so wie Long Distance Calling es tun, nur ein wenig Detailverliebter, mit größeren musikalischen Kontrasten innerhalb der Songs.

„Gangs“ ist nun das zweite vollständige Werk und es macht im Grunde da weiter, wo das Debüt aufgehört hat. Na ja, fast. Es ist ein wenig glatter als sein Vorgänger, besitzt nicht ganz so viel Arschtrittpotenzial, aber vor allem ist es mit deutlich mehr Details gespickt. Der Anfang ist noch geradezu konventionell geraten, aber spätestens bei „Search:Party:Animal“ beweisen die in Belfast lebenden Musiker, wie ein vielseitiger, energiegeladener Instrumentalsong sich anzuhören hat. Einige Songs nehmen sich ihre kleinen Auszeiten, wie das in Bewunderung schwelgende „7 Billion People All Alive At Once“, der Titel passt hier wirklich hervorragend. Ab und an tauchen schrammelnde Gitarrenparts auf, die im Post-Rock Sektor so allgegenwärtig sind, aber das ist nur eine kleine unbedeutende Zutat unter den vielen anderen, die so viel aromatischer daherkommen.

Das gesamte Album macht richtig Spaß, durch sein Ideenreichtum und die vielen Wendungen in den Songs möchte es am Stück durchgehört werden. Das größte Highlight der CD ist jedoch das in zwei Teile untergliederte „Homes“, das zunächst ruhigere Sphären durchpflügt, bevor es sich im zweiten Teil zu einem wahren Ritt auf dem Kanonenrohr entwickelt. Was das Schlagzeug hier teilweise wegstecken muss, alle Achtung. Aber lasst uns nicht lange um den heißen Brei reden, wer Post-Rock mit ordentlich Schmackes hören möchte, der ist bei And So I Watch You From Afar genau richtig aufgehoben.

Anspieltipps:

  • Homes
  • Search:Party:Animal
  • 7 Billion People All Alive At Once

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