Hackneyed - Carnival Cadavre - Cover
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Hackneyed Carnival Cadavre


  • Label: Lifeforce Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Vergleiche mit Tokio Hotel oder den Killerpilzen können Philipp Mazal (Gesang), Juan Sierra (Gitarre), Devin Cox (Gitarre), Tini Wuttke (Bass) und Tim Cox (Schlagzeug) mittlerweile sicher nicht mehr hören. Jahrelang wurden die Death Metal-Jungspunde auf eine Stufe mit zuviel Kajal und dämlichen Kindergartentexten gestellt, obwohl der Fünfer eigentlich nur fieses Todesblei mit erstaunlicher reifer Attitüde zu bieten hatte und ganz nebenbei einen Deal mit Nuclear Blast für die ersten zwei Alben „Death Prevails“ (07/2008) und „Burn After Reaping“ (08/2009) einstreifte, wodurch Hackneyed immerhin einmal auf dem gleichen Label wie Behemoth, Death, Decapitation, Kataklysm, Nile und Vader vertreten waren.

2011 werden die Karten allerdings neu gemischt und das dritte Album „Carnival Cadavre“ erblickt bei Lifeforce das Tageslicht, während Mazal & Co. weiterhin an ihrem eigenen Stil feilen, der trotz unbändiger Härte immer mehr den melodischen Zwischentönen Einhalt gebietet. Ein herrlich durchgeknalltes Intro wie „Raze the curtain“ baut die Spannung jedenfalls gut auf und macht Lust auf mehr, bis „Bugging for mercy“ den Six Feet Under-Klon in frischerer Verfassung abgibt und „Infinite family“ neben bedrohlichen Growls noch mit Pig Squeals dienen kann, was im Vergleich zu manch anderer grunzorientierter Band auf diesem Sektor für eine willkommene Abwechslung sorgt. Für den ersten Höhepunkt sorgt jedoch „Damn (You´re dead again)“, womit die Jungs und Mädels zeigen, dass ihnen knallige Ohrwürmer ebenso liegen wie knochentrockene Midtempobrocken.

Im Anschluss heißt es dann „Knüppel aus dem Sack“ und „Maculate conception“ und „Couldrophobia“ holzen ordentlich nach vorne anstatt nur im Groovemorast zu waten, was „Circus coccus spirilly“ und „Holy slapstick“ dazu veranlasst im Kreis zu laufen und „Magic malignancy“ zu einem repetitivem, absolut lästigen Gitarrensolo veranlasst, das auf diesem Wege leider zum Skip-Kandidaten degradiert wird. Dafür jagen Hackneyed mit „Feed the lions“ auf der Raubsau durch den knackigen Gemüsegarten und zeigen mit „Cure the obscure“ Chuzpe, da sie nicht erneut auf schlichtes Geprügel setzen, sondern den Track ab der Mitte einer melancholischen Gitarrenmelodie aussetzen, die dem Sturm und Drang-Charakter des Songs untergemischt wird und so eine packende Eindringlichkeit erreicht.

Es ist erstaunlich wie präzise und zielgerichtet Hackneyed auf „Carnival Cadavre“ ans Werk gehen, obwohl der Altersdurchschnitt der Jungs irgendwo unter 20 Jahren liegt. Über dem dritten Werk liegt zwar noch immer der Schatten der fehlenden Eigenständigkeit, aber mit Nummern wie „Cure the obscure“ oder „Damn (You´re dead again)“ ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis man Hackneyed nicht nur wegen der Labelvergangenheit in einem Atemzug mit Behemoth, Kataklysm oder Vader nennt.

Anspieltipps:

  • Feed The Lions
  • Cure The Obscure
  • Maculate Conception
  • Damn (You´re Dead Again)

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