Helldriver - Zügellos Und Ohne Verstand - Cover
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Helldriver Zügellos Und Ohne Verstand


  • Label: Toolboxx Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem selbstbetiteltem Debüt (2005) und „Mädchen Mit Motorsägen“ (2008) folgt mit „Zügellos Und Ohne Verstand“ auch das dritte Album der Hamburger Helldriver artig im Dreijahresrhythmus. Es wird also wieder Zeit das Haarfett aus dem Schrank zu holen und die Haare einzuseifen, bis es trifft. Rockabilly's not dead heißt es auch diesmal, wenn die Norddeutschen abermals im Stile eines Dick Brave & The Backbeats – vielleicht eine Spur dreckiger – die Bühnen Deutschlands zum gepflegten Toben bringen wollen. Ob Sasha damals schon wusste, was er mit seinem Alter Ego einmal anrichten würde?

Helldriver wollen es auch diesmal nicht kompliziert machen, sondern erzählen einfache Geschichten von einfachen Menschen. Ob „Longboard“ oder „Staxmobil“ fahren, die Hauptsache ist, dass es bockt. Aber ganz so eindimensional sind Rockabilly-Jungs auch nicht und so ist die richtige Frisur, sowie die passende Musik natürlich auch von höchster Priorität. Helldriver bleiben dem neuen Albumtitel treu und wollen von der ersten Minute einfach nur Spaß bringen. Der Opener braucht ein wenig, um zu zünden, doch „Staxmobil“ schnappt sich den Hörer und zwingt ihn aufs Parkett, wenn die Bläser zu den surfenden Gitarren einsetzen. So bringt Rock-Musik der alten Schule Laune.

Um den perfekten Start zu komplettieren, klingt „Nichts Wie Weg“, als hätte sich Bela B. ans Mikro geschwungen. Wer schon wieder die ganzen Huldigungen von Die Ärzte gegenüber diesem Stil vergessen, aber geliebt hat, der darf schon nach den ersten drei Tracks die Kreditkarte zücken. Um die Parallele zur „besten Band der Welt“ zu Ende zu führen, erinnert das Instrumentalstück „Ein Mann Ein Pferd“ an Farin Urlaubs „Und Die Gitarre War Noch Warm“. Noch nicht verrückt genug? Dann schaffen es die Helldriver vielleicht mit der Salsa-Ballade „Baby“, mit Piano-Punk in „Kein Bock“ oder mit Espana-Ska-Punk (beinahe ohne Bläser) während „Molwania Surf“. So geht Abwechslung!

Die Helldriver machen zu jeder Zeit Spaß. Auch die eher flachen Nummern wie „Fußballprofi“ oder „Bier“ schaffen es durch genug Schwung oder Spoken Words ihren Platz zu rechtfertigen. „Apache“ bringt in den Schlussspurt des Albums dann noch ein paar Western-Akkorde und wer nach der Country-Hommage „Hawa II“ nicht versucht ist, den Repeat-Knopf zu drücken, der hat kein Herz für Rockabillys. Schlechte Nachrichten für alle, die nichts mit diesem Album anfangen können: Rockabilly's not dead! Beschwerden gehen bitte an die Aliens, die Elvis Presley entführt haben.

Anspieltipps:

  • Staxmobil
  • Baby
  • Molwania Surf

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