Vic Anselmo - In My Fragile - Cover
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Vic Anselmo In My Fragile


  • Label: Danse Macabre/ALIVE
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre nach ihrem hauptsächlich in Szenekreisen gefeierten Debütalbum „Trapped In A Dream“ (10/2008), meldet sich die lettische Gothic-Rocksängerin Vic Anselmo (26) mit ihrem Zweitwerk „In My Fragile“ zurück. Darauf thematisiert sie „eine Liebesgeschichte im nuklearen Winter einer Katastrophe globalen Ausmaßes“ und posiert dazu auf dem Cover in den Ruinen ihrer Heimatstadt Riga. Klingt nach schwerem Tobak, ist aber nichts weiter als ein auf maximale Atmosphäre getrimmtes Gothic-Werk inkl. Glockenläuten und Luftschutzsirenen, die bitte nicht mit der Stimme der jungen Lettin zu verwechseln sind. Dazu hören wir weiterhin tiefer gestimmte Metal-Gitarren, ein bisschen Elektro-Ping-Pong, pathetische Piano-Passagen, schwülstige Synthesizerflächen, kleinere Orchestereinlagen und den melodramatischen Gesang der Hauptprotagonistin.

Für Genrefans wird damit vermeintlich alles richtig gemacht. Die Grundstimmung ist düster, die Songs suhlen sich vornehmlich im getragenen Midtempobereich und Vic Anselmo agiert stimmlich als Trällerelse erster Kajüte und muss sich damit weder hinter einer Amy Lee (Evanescence) noch einer Sharon den Adel (Within Temptation) verstecken, wobei Vic Anselmo ab und an dazu neigt, sich zu sehr ins theatralische Fach und dann wie eine Kate Bush auf Acid klingt („Bone’s blues“).

Die Produktion ist um Druck und Transparenz bemüht und erfüllt dies durchaus zufriedenstellend, sieht man einmal davon ab, dass wir es mit einer Indie- und keiner Majorproduktion zu tun haben. Unter diesen Voraussetzungen gelingen der 26-Jährigen auf „In My Fragile“ mit den Balladen „Ashes“, „Horizon“, „Wellspring“ sowie der überraschenden, auf Deutsch gesungenen „Das dunkle Land“-Coverversion (stammt im Original von Das Ich) ein paar überdurchschnittliche Tracks, die das Album nicht zu stark in die Gothic-Ecke drücken, in der es freilich angesiedelt ist und es damit für eine breitere Hörerschicht interessant macht.

Anspieltipps:

  • Ashes
  • Horizon
  • Wellspring
  • Das dunkle Land
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