Jane´s Addiction - The Great Escape Artist - Cover
Große Ansicht

Jane´s Addiction The Great Escape Artist


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich ein mehr als passables Comeback.

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre zählte die Band Jane’s Addiction aus L.A. um die Charakterköpfe Perry Farrell (Gesang) und Dave Navarro (Gitarre) zu den ärgsten Konkurrenten der Red Hot Chili Peppers um den Thron eines Genre-Mixes, der sich aus der Schnittmenge aus Alternative Rock, Crossover und Funk-Metal bediente. Was dann geschah, ist unter Musikfans allgemein bekannt: 1991 brachten die Red Hot Chili Peppers mit „Blood Sugar Sex Magik“ ihr Durchbruchswerk auf den Markt – und Jane’s Addiction lösten sich auf.

Es blieb allerdings nicht bei einem einzigen Band-Split. Jane’s Addiction reformierten sich 1997 und 2001 und brachten mit der Live-, Demo- und Outtakes-Sammlung „Kettle Whistle“ (1997) sowie dem regulären Studioalbum „Strays“ (2003) mehr oder weniger neues Material unters Volk. Großer Erfolg war den Reunions allerdings nicht vergönnt. Dennoch versucht es die Band nun ein weiteres Mal. Nachdem sich die Musiker 2008 erneut zusammengerauft hatten, steht jetzt mit „The Great Escape Artist“ das langerwartete Comebackalbum auf dem Plan.

Mit ihrem erst vierten Studiowerk will das Quartett an große Zeiten anknüpfen, die es eigentlich schon mit dem „Ritual De Lo Habitual“-Nachfolger in den frühen 90er Jahren hätte ausbauen müssen. So aber hieß es warten und diverse krude Soloausflüge der Herren Navarro und Farrell zu verarbeiten, bis mit „The Great Escape Artist“ ein in der Tat adäquates Comebackwerk auf deine Beine gestellt wurde. Die Frage vorher war nur: Wie wird die Band 2011 klingen? Wie ein 90er-Jahre-Crossover-Aufguss oder wie eine moderne Rockband auf der Höhe der Zeit, die ihre musikalischen Wurzeln ohne peinliche Zitate ins Hier und Jetzt herüberrettet.

Die Antwort folgt in kompakten 40 Minuten bzw. zehn Songs, die ihre Wurzeln zumeist in den frühen Neunzigern haben. Das hört man am Gitarrensound, der den von U2 zu „Achtung Baby“-Zeiten zitiert („End tot he lies“, „Curiosity kills“, „I’ll hit you back“) oder in Songs, die immer noch den Funk im Blut haben („Underground“). Dennoch ist „The Great Escape Artist“ weder altbacken noch altmodisch.

Dazu legt sich die Band viel zu sehr ins Zeug, um ein atmosphärisch dichtes Album für das Jahr 2011 abzuliefern, was sich insbesondere bei den Tracks „Irresistible force“, „Twisted tales“, „Splash a little water on it” und „Broken people” bemerkbar macht. Hier passt das Netz aus knackigen Riffs, dezenten Neunzigerwurzeln und modernen Songstrukturen am stimmigsten zusammen, sodass unterm Strich ein mehr als passables Comeback zu Buche steht, das die halbgaren Comebackversuche der Vergangenheit vergessen macht.

Anspieltipps:

  • Underground
  • Ultimate reason
  • Splash a little water on it
  • Irresistible force (met the immovable object)

Neue Kritiken im Genre „Alternative Rock“
Diskutiere über „Jane´s Addiction“
comments powered by Disqus