Hello Gravity - Wunderkind - Cover
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Hello Gravity Wunderkind


  • Label: Dienje Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 32 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Hello Gravity sind das deutsche Pendant zu The Killers!

Was ist der Unterschied zwischen Hello Gravity und all den anderen, unbekannten Bands in Deutschland? „Dass wir gesigned wurden“, sagt Felix Koch (Gitarre) und meint dies bescheiden und demütig, da er weiß, wie viel Glück er, Simon Popp (Schlagzeug) und Mike (Gesang) und Tom Zitzelsberger (Bass) haben. Also keine romantische Geschichte um die Entstehung einer Band, sondern schlicht und ergreifend die richtige Mischung aus Talent und Glück. Dass sie nicht umsonst einen Vertrag erhalten haben, wollen die vier Jungs mit ihrem Debüt „Wunderkind“ dem Label genauso wie den Hörern beweisen.

Ein gutes Argument wäre doch: „Hello Gravity sind das deutsche Pendant zu The Killers!“ Wenn das deutsche Quartett vor ihrem Debüt nicht mindestens einmal „Hot Fuss“ gehört haben, dann möchte man vom Glauben abfallen. Die tanzbaren Beats und der anschmiegende Gesang zu der verspielten Elektronik erinnert doch arg an The Killers und zieht sich von der ersten Sekunde von „River Of Love“ bis zum emotionalen Finale „Victory Of Pied Piper“. Während Mike wiederholt von Liebe, Glaube, Hoffnung singt, kann man stets tanzen, da das Schlagzeug brav eine Mindestschlagzahl pro Minute vorweist, welche die Lieder treibend wirken lässt. Wer nur träumen möchte, kann zu den braven Tönen einfach die Augenschließen, doch wer tanzen möchte, ist ebenfalls eingeladen.

Wunderkind will zu keinem Zeitpunkt fordernd sein und schafft es auch einen angenehmen Strom aus Tönen zu erschaffen, der unterhält, aber nicht anstrengt. „Boys“ ist ein gutes Beispiel, wenn die Gitarren im Hintergrund sich nur erahnen lassen. Würde man Felix' Saiten am Verstärker ordentlich aufdrehen, dann wären auch Stadionhymnen drin, aber darauf legt es die Band nicht an. Unauffällig und freundlich wie der immer freundliche Nachbar wirkt das Streben von Hello Gravity. Ihre Hauptaufgabe erfüllen die Neulinge jedoch im Schlaf. Besonders die Mitte des Albums zeigt mit „While Moving Me“ (The Killers) oder „Carlotta“ und „In The Morning“ (eine freundliche Alternative zu Franz Ferdinand oder eben eine harmlose zu The Fratellis), dass die Band auch innerhalb ihres süß sanften Musikkosmos Unterschiede zu bieten haben. Viel mehr als süß ist das Ganze ohne ein „Mr. Brightside“ in Petto aber auch erst einmal nicht.

Anspieltipps:

  • River Of Love
  • Victory Of Pied Piper
  • In The Morning

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