Beirut (Zach Condon) - The Rip Tide - Cover
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Beirut (Zach Condon) The Rip Tide


  • Label: Pompeii Records/INDIGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zach Condons Beirut ist zwar im Laufe der Zeit von einem Soloprojekt zu einer ganzen Band angewachsen, komplexer ist seine Musik dadurch jedoch nicht geworden. „The Rip Tide” ist hinsichtlich seines musikalischen Ansatzes möglicherweise das einfachste Album, das bisher unter diesem Namen veröffentlicht wurde und dürfte somit einen guten Einstieg für alle Interessierten bilden. Die Songs des dritten Albums von Beirut wurden am Piano oder an der Ukulele geschrieben und anschließend von der Band im Studio ausformuliert.

Im Zentrum der Songs von „The Rip Tide“ stehen die breit angelegten Bläser- (Kelly Pratt) und Streicherarrangements (Heather Trost von A Hawk And A Hacksaw), wobei ersteren wiederum der deutlich größere Platz im Mix eingeräumt wird. Darunter legt sich meist ein hüpfendes Klavier, die Band wird ausgefüllt von Perrin Cloutier (Akkordeon), Paul Collins (Bass), Ben Lanz (Trombone) und Nick Petree (Schlagzeug). Über die stets schwingenden und luftig-leichten Instrumente legt Condon seine leicht belegt, im schlimmsten Fall gar gelangweilt klingende Stimme.

Songs wie das pianolastige „Goshen“ oder „The Rip Tide“, welches von windschiefen Streichern untermalt wird sowie der eröffnende Synthie von „Santa Fe“ lockern die Mischung leicht auf. In dem treibenden „Payne's Bay“, das in der Mitte zerbricht, geht die gesamte Zusammensetzung jedoch besonders gut auf. Doch etwas Entscheidendes geht dem dritten Album von Beirut ab: Während an den ersten beiden Alben „Gulag Orkestar“ (2006) und „The Flying Club Cup“ (2007) gerade die Mischung aus „Balkan Folk“ und westlichem Songwriting interessant war, ist „The Rip Tide“ relativ ambitionsfreier, jedoch detailliert arrangierter Indie-Pop.

Warum „The Rip Tide” trotz seiner Zugänglichkeit und Schlichtheit lediglich neun Songs beziehungsweise 33 Minuten lang ist, bleibt bis zum Ende offen. So ist das dritte Album von Beirut zwar ungemein kurzweilig und geschlossen, aber auch spannungsarm und widerhakenlos. Wären die Lieder harte, schwer zu knackende Nüsse gewesen, hätte Zach Condon die kurze Spielzeit leicht rechtfertigen können. So bleibt der Hörer jedoch leider auf der Strecke, etwas mehr hätte es gerne sein dürfen.

Anspieltipps:

  • A Candle's Fire
  • Goshen
  • Payne's Bay
  • The Rip Tide

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