Chimaira - The Age Of Hell - Cover
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Chimaira The Age Of Hell


  • Label: Long Branch Records/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

So langsam bekommt man das Gefühl, Chimaira würden ihren Bandnamen etwas zu ernst nehmen. Ähnlich der mythologischen Gestalt, die sich aus verschiedenen Tieren zusammensetzt, ist auch bei der Truppe aus Cleveland, Ohio keine Beständigkeit in der Qualität, geschweige denn im Bandgefüge abzusehen. Zu Beginn mit „Pass Out Of Existence“ (10/2001) als halbgarer Slipknot/Korn/Fear Factory-Ripoff gestartet, steht das Heavy Metal-Gespann nach kurzem Höhenflug („The impossibility of reason“ (05/2003)) und langsamen Fall („Chimaira“ (08/2005)) nun nach einem rasenden Comeback („Resurrection“ (03/2007)) und dem gedrosselten, jedoch nicht weniger eindrucksvollen Nachfolger „The Infection“ (04/2009) erneut am Scheideweg, nachdem Bassist Jim Lamarca, Schlagzeuger Andols Herrick und Keyboarder Chris Spicuzza ihre Sachen gepackt und die Band verlassen haben. Die verbliebenen Mitglieder Mark Hunter (Gesang), Matt DeVries (Gitarre) und Rob Arnold (Gitarre) ließen sich davon nicht unterkriegen und schrieben zu Dritt am sechsten Longplayer, der nun als „The Age Of Hell“ vorliegt.

Wie es sich für ein derartiges Interimsalbum gehört, bleiben die großen Experimente auf der Strecke und Chimaira beschränken sich auf eine Mischung aus „Resurrection“ und „The Infection“, wobei der Schwerpunkt deutlich auf den wuchtigen Groovebrocken liegt anstatt als brodelndes Lavagestein durch zähflüssigen Schleim zu waten. Diese Herangehensweise lässt zwar kompakte Wutgranaten („Scapegoat“, „The age of hell“, „Clockwork“) und schleppende Bulldozer („Beyond the grave“, „Powerless“) zu, ganz ordentliche 1:1 Kopien von Songs aus vorangegangenen Veröffentlichungen werden die Fans aber wohl kaum glücklich machen, denn obwohl „Losing my mind“ den Hörer wie ein 900 Pfund schwerer Grizzly an der Gurgel packt, „Year of the snake“ als standesgemäßer Chimaira-Output mächtig aus den Boxen donnert und „Time is running out“ die Massentauglichkeit der Band auf die Probe stellt, so sind es doch die dezent eingewobenen Details in den Kompositionen (man erinnere sich nur an das Trio „End it all“, „Black heart“ und „Needle“ von „Resurrection“), die den Cleveland-Act stets frisch und ungebunden wirken ließ.

Diese halten sich wie bereits erwähnt auf „The Age Of Hell“ extrem in Grenzen, sodass sich eigentlich nur „Born in blood“ und „Trigger finger“ dieses Prädikat verdienen, wobei letztgenannter Track mit seinen subtil eingewobenen „Move your ass“-Loops (Scooter) allerdings als Negativbeispiel herhalten muss. Kommen wir also besser zu „Born in blood“. Dort darf Phil Bozeman von Whitechapel einen Breakdown mit seinen Growls in seine Einzelteile zerlegen und Chimaira die Prügelknaben spielen. Anders ausgedrückt: Das ist der Track, den man schon immer von den amerikanischen Metalknaben hören wollte, man wusste es bislang nur noch nicht. Zum Abschluss kredenzt das Trio mit dem Instrumental „Samsara“ dann einen netten Vorgeschmack auf das kommende Album, da Emil Werstler (Bass) von Daath, der gemeinsam mit Sean Z (Keyboard) und Austin D´Ammond (Schlagzeug) das Lineup von Chimaira wieder komplettieren soll, dort erstmals für die Band in die Saiten greifen darf. Ob es sich dabei um eine fruchtbare Verdindung handelt, wird sich vermutlich in zwei Jahren zeigen. Eins ist aber bereits sicher: Tot sind Chimaira noch lange nicht.

Anspieltipps:

  • Born In Blood
  • Losing My Mind
  • Year Of The Snake

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