Blood Orange - Coastal Grooves - Cover
Große Ansicht

Blood Orange Coastal Grooves


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Melodien zaubern unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen der Anwesenden, doch das Rezept aus antreibendem Ohrwurm und folgender Engtanz-Vorlage verliert zu schnell seine Magie.

Als Lightspeed Champion ist der Amerikaner Dev Hynes mit seinen bisherigen zwei Alben mächtig in Erinnerung geblieben, schaffte er es doch stets in seinem melodischen Indie-Pop verschiedene andere Stile zu kreuzen und höchst unterhaltsam auch die Live-Shows zu gestalten. Irgendwo zwischen Improvisation und Varieté kam Dev Hynes dennoch bodenständig genug rüber, was auch der ihm eigenen DIY-Herangehensweise geschuldet ist. Etwas überraschend, dass der Mittzwanziger bereits jetzt mit einer anderen Firmierung, nämlich Blood Orange, daherkommt und doch kaum Unterschiede zu den Trademarks von Lightspeed Champion auszumachen sind.

Etwas reibungsarm gestaltet sich der Ritt auf den „Coastal Grooves“, in deren Wasser mehr Schaum als waghalsig zu umschiffende Wellen gastiert. Mit dem Dev Hynes-typischen Gespür für Soul, androgyne Tonlagen und dem Herz in hymnischen Wave-Gegenden geht der Opener „Forget It“ sogleich in Ohr wie Beine. Immer wieder beteuert er „I'm not your saviour“. Doch das ist schwer zu glauben bei derartig zu Ende gedachter Herzlichkeit in Pop. Umgarnend ist auch „Sutphin Boulevard“ mit seinem R'n'B-lastigen Groove, ehe „I'm Sorry We Lied“ erkennen lässt, wie eintönig ein Drumcomputer sein kann, mag das Drumherum noch so charmant tanzbar wie gefühlsecht sein.

Klar, Blood Orange ist während der vierzig Minuten Spieldauer nah an den Herzen der Hörer, die Melodien zaubern unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen der Anwesenden, doch das Rezept aus antreibendem Ohrwurm und folgender Engtanz-Vorlage verliert in seiner stetigen Wiederholung zu schnell seine Magie. So bleibt ein zwiegespaltenes Werk lieblichen Indie-Pops, dessen Instrumentierung zeitweise zu synthetisch ausfällt, doch eben das Herz am (in Sachen Songwriting und Melodiengespür) richtigen Fleck hat.

Anspieltipps:

  • Forget It
  • Can We Go Inside Now
  • Are You Sure You're Really Busy?
  • Champagne Ghost

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
8/10

Sweet Sweet Silent
  • 2017    
6.5/10

Halb Oder Gar Nicht
  • 2017    
Diskutiere über „Blood Orange“
comments powered by Disqus