Ida Sand - The Gospel Truth - Cover
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Ida Sand The Gospel Truth


  • Label: Act/EDEL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Viel lässt sich über Ida Sand nicht in Erfahrung bringen, bis auf eine spärliche myspace-Präsenz und eine kurze Biografie auf der ACT-Seite, gibt es keine eigene Homepage. Eigentlich kaum zu glauben, dass es heutzutage so etwas noch gibt, quasi eine Ignoranz des Massenmediums Internet und zwar von einer 34-Jährigen. Respektabel oder einfach unklug - die Zeit wird es zeigen. Das neue Album einer anderen schwedischen Sängerin, nämlich Viktoria Tolstoy, wurde deutlich medienwirksamer in Szene gesetzt. Frau Sand bedient aber auch nicht den typischen Popjazz-Bereich, sie tummelt sich in der Gospel-Musik, die auf jazzigen Grundgerüsten fußt und zu der sich sowohl Blues als auch Soul dazugesellt. Sie hat eine relativ tiefe Stimme für eine Frau, was den Songs sehr zugute kommt, weil sie nicht so heraussticht und nicht unzählige Oktaven über den anderen Instrumenten thront. Auf „The Gospel Truth“ bewegt sich alles auf einem angenehmen Level.

Schwedische Sängerin, schwedisches Album aus dem Bereich Jazz/Soul/Gospel, wer darf also eigentlich nicht fehlen? Genau, ein Schwede, aber nicht irgendeiner, sondern der Mann mit der roten Posaune, Nils Landgren. Auf „The Gospel Truth“ spielt er sowohl Posaune als auch Trompete, womit er einen nicht zu verachtenden Einfluss auf das Gesamtwerk hat. Außerdem hat er an der Produktion mitgearbeitet, erstaunlich weil er zur gleichen Zeit ebenfalls sein eigenes Balladenalbum „The Moon, The Stars And You“ herausgebracht hat. Neben Nils Landgren hat Ida einen anderen, besonders in Amerika bekannten, Musiker für einen Song gewinnen können, nämlich Raul Midón, der zusammen mit ihr „He Ain’t Heavy, He’s My Brother“ singt.

Ida traut sich auch einige allgemein bekannte Songs zu covern, wie Madonnas „Like A Prayer“ oder Foreigners Rock-Klassiker „I Wanna Know What Love Is“ und erstaunlicherweise gelingt ihr das sehr gut. Die Ballade von Foreigner kommt ruhig und mit einer leichten Country-Brise daher, während „Like A Prayer“ einige Funk-Elemente und zum Ende den wohl obligatorischen Gospelchor beinhaltet. Hierdurch bekommt der Hörer wohl bekanntes in neuer Auslegung präsentiert und hat einige kleine Ankerpunkte, die Abwechslung und Einstiegshilfe für das gesamte Album zugleich sind. Ein Album bei dem jeder Song andere Akzente setzt, zumeist durch ein besonders auffälliges Instrument wie die bluesige Gitarre in „Ain’t No Sunshine“, eine Flöte in „Have A Talk With God“ und vieles mehr. Neben all den Klassikern beweist die Tochter einer schwedischen Opernsängerin in „It Is To Know“, dass sie auch eigene sehr gut Stücke schreiben kann. Kein Grund so zurückhaltend zu sein Frau Sand, dieser Musik gebührt mehr Aufmerksamkeit.

Anspieltipps:

  • Like A Prayer
  • Ain’t No Sunshine
  • He Ain’t Heavy, He’s My Brother
  • It Is To Know
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