Nils Landgren - The Moon, The Stars And You - Cover
Große Ansicht

Nils Landgren The Moon, The Stars And You


  • Label: Act/EDEL
  • Laufzeit: 56 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Was macht ein Mann wenn seine Freundin in einem plötzlichen Anfall der Romantik zu ihm sagt: „Schatz, malst du für mich die Sterne an den Himmel?“ Der durchschnittlich Kunstbegabte wird „Klar Baby, mach ich!“ rufen und anfangen seinen alten Schultuschkasten in der Kommode zu suchen, um das Werk mit einem unbekannten Ausgang zu beginnen. Für alle weniger Kunstbegabten gibt es jetzt eine bessere Lösung, denn sie wirkt sofort und beweist auch beim männlichen Geschlecht einen Sinn für Romantik. Hierzu einfach das neue Album von Nils Landgren in den CD-Spieler legen, am besten im Autoradio, mit der Freundin auf die Motorhaube setzten, und der Abend ist mehr als gerettet. Wieso? Landgren hat die Sterne zwar nicht an den Himmel gemalt, aber perfekt vertont, denn „ The Moon, The Stars And You“ ist ein Konzeptalbum über den Mond und die Sterne, die man am besten zu Zweit begutachten sollte.

Der Mann mit der roten Posaune, oder mittlerweile auch der Professor mit der roten Posaune, stellt uns eine Sammlung von Balladen vor, teils eigene, teils fremde Kompositionen, die er zusammen mit Michael Wollny am Piano, Lars Danielsson am Bass und Rasmus Kihlberg am Schlagzeug eingespielt hat. Landgren setzt seine Posaune sehr gezielt und sparsam ein, nicht wie einige Trompeter, die einen regelrecht tot quälen können mit ihrem Instrument, aber das verbietet sich in diesem Fall schon auf Grund der Thematik. Die sanfte Art wie der Schwede seine Posaune spielt wirkt allein schon auf direktem Wege im Empfindungszentrum, aber wenn er zusätzlich noch seine angenehm warme und zarte Stimme benutzt, wird man regelrecht gefangen genommen von den Stücken. Es ist schwer zu beschreiben wieso, aber es ist kaum zu glauben, dass diese Stimme einem 55-jährigem gehört.

Die richtige Mischung macht‘s. Nils hält den Hörer bei der Stange indem er die Mond und Sterne Thematik immer wieder variiert, so gibt es einige instrumentale Themen wie das peppige „Joe‘s Moonblues“ oder das eher langsame „Moonriver“ mit Akkordeon, ein Cover von Cat Stevens gleich als Einstieg („Moonshadow“), das sich mit Hintergrundchor heraushebende „Stars In Your Eyes“ von Herbie Hankock oder das Stück von Joao Bosco, das uns den brasilianischen Nachthimmel beschreibt („Holofotes“). Zum krönenden Abschluss gibt es sogar ein Stück mit Orchester. Nicht zu vergessen sind dabei die wunderschönen Balladen wie „The Moon, The Stars And You“ oder das zusammen mit Caecilie Norby gesungene und deutlich melodischere „Angels Of Fortune“. Jedes Stück liefert eine eigene Welt und doch fügen sich alle zusammen in diese romantische Sicht des Erdtrabanten und seinen funkelnden Freunden am Nachthimmel.

Anspieltipps:

  • Angels Of Fortune
  • The Moon, The Stars And You
  • Stars In Your Eyes
  • Joe’s Moonblues
  • Holofotes
Neue Kritiken im Genre „Jazz“
Diskutiere über „Nils Landgren“
comments powered by Disqus