The Throne - Watch The Throne - Cover
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The Throne Watch The Throne


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zunächst konnte man es kaum glauben, dass Kanye West und Jay-Z, die Könige des HipHop, ein gemeinsames Album aufnehmen. Es war auch eigentlich nur eine fünf Songs lange EP geplant und dann haben sich die beiden doch mehr Zeit genommen, in den Hotelzimmern oder auch in verschiedenen Studios dieser Welt zwölf Songs zu komponieren. Jay-Z's Ehefrau Beyoncé fehlt genauso wenig wie die alten Kumpels von The Neptunes, Swizz Beatz oder RZA vom Wu-Tang Clan, sie trugen neben anderen ihren Teil dazu bei, den beiden letzten großen Namen des HipHop die Ehre zu erweisen.

Wenn der immer atemlos rappende Jay-Z und der groovende Superstar West loslegen, bleibt einem nur das Staunen: Sie mischen hochmodernes mit Retro-Klängen der Black Music ohne dabei den Faden zu verlieren. Meist kommen treibende Beats zum Einsatz und die beiden Superstars bringen in einem einzigen Song recht viele musikalische und beat-technische Ideen unter, man höre „Niggas in Paris“, wie andere auf einer CD. Otis Redding wird in „Otis“ gehuldigt, die Black Music-Ikone Otis trifft dabei stimmlich auf den HipHop der beiden Protagonisten. Das scratchige „ That’s My Bitch“ punktet dagegen mit weiblichem Backgroundgesang und Ohrwurmgarantie.

„Made in America“ präsentiert mit Frank Ocean einen sehr talentierten Sänger, der schon beim Opener „No church in the wild“ positiv auffiel und zusammen mit dem Flow von Kanye und Jay-Z sowie eher zurückhaltenden Beats gefällt dieser Song durchaus. Den würdigen Abschluss setzt „Why I love you“ mit Mr Hudson und eindringlicher Kinderstimme im Refrain, „Hard Knock Life“ grüßen, welches ebenfalls hohes Hitpotential besitzt.

Negativ stößt die Allerweltsnummer „Lift off“ auf, die Beyoncé sehr dominiert, doch der Track hat keine musikalische Substanz und rauscht schnell vorbei. Die Erwartungen an eine solche Zusammenarbeit dieser beiden Stars des Genres sind unnatürlich hoch, das können sie eigentlich nicht schaffen. Dennoch gibt es sehr viele Momente, wo die guten musikalischen Ideen eher altmodischer Black Music-Einflüsse kombiniert mit modernen Beats aufblitzen und so richtig Misslungenes bringen West und Carter nun wirklich nicht zustande, so dass sie locker und leicht für ihr Genre Überdurchschnittliches vorlegen. Richtig Geniales hört man leider nicht, aber vielleicht finden die beiden Multimillionäre doch noch einmal Zeit für ein weiteres Werk, das dann die Messlatte noch höher legt.

Anspieltipps:

  • That’s My Bitch
  • Made in America (featuring Frank Ocean)
  • Why I Love You (featuring Mr Hudson)
  • Niggas in Paris

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