Patti Smith - Outside Society - Cover
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Patti Smith Outside Society


  • Label: Arista/Sony Music
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das bis dato letzte Studioalbum von Patti „Godmother of Punk“ Smith (64), „Twelve“ (04/2007), hat inzwischen schon mehr als vier Jahre auf dem Buckel. So ein langer Zeitraum zwischen ihren Veröffentlichungen ist bei Patti Smith zwar nichts außergewöhnliches, doch für eine Major-Plattenfirma, die mit ihren Künstlern Geld verdienen will, ist dies einfach eine zu lange Strecke. Das erprobte Gegenmittel in solchen Fällen lautet meist um die Weihnachtszeit einen frischen Sampler auf den Markt zu bringen, sei es als „Best Of“-, „Greatest Hits“- oder „Live“-CD. All das gibt es von Patti Smith zwar schon und für das Weihnachtsgeschäft ist es Anfang September auch noch ein bisschen früh, aber was soll’s? So ist das Leben!

Wichtig in Zusammenhang mit Sampler-Alben ist, ob der Künstler an solchen Werken mitgearbeitet hat oder die Plattenfirma sich einfach austoben konnte. Im Fall von Patti Smith’ „Outside Society“ kann die Mitarbeit bestätigt werden. Die 64-Jährige stellte die Tracklist des Albums persönlich zusammen und ließ die Songs von Toningenieur Greg Calbi (u.a. Bruce Springsteen, Bob Dylan, Bon Jovi, Norah Jones) und Tony Shanahan digital überarbeiten.

Die 18 Stücke nutzen die Kapazitäten einer CD mit knapp 80 Minuten Spielzeit bis zum Maximum aus und sind mit Ausnahme des letzten Titels („Trampin’“ vom gleichnamigen 2004er Album) chronologisch geordnet und umfassen den Zeitraum von 1975 (in diesem Jahr erschien Smith’ Debüt „Horses“ mit dem Hit „Gloria“) bis zum 2007er-Album „Twelve“. Im etwas sehr dünn ausgefallenen Booklet sind alle Songs mit Kommentaren von Patti Smith versehen und es gibt zu jedem Album das entsprechende Coverartwork zu sehen.

Wer Patti Smith nur mit ihrem einzigen Welthit „Because the night“ (aus der Feder von Bruce Springsteen) in Verbindung bringt, dem wird „Outside Society“ unbedingt ans Herz gelegt. Denn mit ebenso mitreißenden wie aufwühlenden Songs wie „Ain’t it strange“, „So you want to be a rock n roll star“, „Pissing in a river“, „Summer cannibals“ oder auch „Rock n roll nigger“ lässt sich leicht erklären, woher Patti Smith den Titel „Godmother of Punk“ hat. Denn hier herrscht der Geist des Punkrock in Wort und Musik und Patti Smith agiert mit einer Urgewalt am Mikrophon, als wäre sie die weibliche Ausgabe von Iggy Pop.

Wie es sich anhört, wenn Künstler in Würde altern, zeigt die Coverversion von Nirvanas „Smells like teen spirit“ als akustische Americana-Nummer, die zusammen mit „Trampin´“, das im Duett mit Pattis Tochter Jesse eingesungen wurde, eine gelungene Werkschau beendet, die zumindest als musikalische Patti-Smith-Grundausstattung in jeden Haushalt gehört.

Anspieltipps:

  • Gloria
  • Ain’t it strange
  • Because the night
  • Rock n roll nigger
  • People have the power
  • So you want to be a rock n roll star

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