Emil Bulls - Oceanic - Cover
Große Ansicht

Emil Bulls Oceanic


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zehn Jahre „Angel Delivery Service” (06/2001)! Rein in die Baggy Pants und zu „Tomorrow I´ll be back home“ das Wohnzimmer zerlegen! Sofort! Ne, ist natürlich Quatsch. Wer will denn schon ausgelutschten Nu Metal hören, wenn er genauso gut die neue Platte der Münchener im CD-Player einlegen kann. „Oceanic“ ist schließlich bereits das achte Studioalbum von Christoph Freydorf (Gesang, Gitarre), Stephan Karl (Gitarre), Andy Bock (Gitarre), Jamie Richardson (Bass) und Klaus Kössinger (Schlagzeug) und betrachtet man den zwischenzeitlichen Wandel der fünf Burschen von wild umher springenden Gummibällen zu gesetzten Akustikrockern („The Life Acoustic“ vom Februar 2007), so kann man heutzutage durchaus von einer deutschen Institution am Rock/Metalsektor sprechen.

Nach dem obligatorischen Intro „The concubines of debauchery“ legen die Bullen dann auch schon los und hacken mit dem wuchtigen Nu Rocker „Epiphany“ und der Metalcore-Abreibung „Between the devil and the deep blue sea“ alles kurz und klein, während „The jaws of oblivion“ hymnische Ansätze a la Billy Talent verfolgt und „Not tonight Josephine“ einen packenden Refrain in sich bergt, der die nächsten Tage in den Ohren nachhallen wird. Anschließend wird leider nur mehr das Emil Bulls-Standardprogramm abgespielt, wo stilistische Wiederholungen auf der harten Seite zwischen knackig („All systems go“) und plump pendeln („Battle royale“, „We don´t believe in ifs“) und der Balladenanteil drastisch in die Höhe geschraubt wird.

Aufbegehrend präsentierte Nummern dieser Gattung wie „Lessons from losses“ oder „Ghosts“ profitieren von Freydorfs kratzigem Organ, die übertrieben emotional dargebrachten Kompositionen („Dancing on the moon“, „The saddest man on earth is the boy who never weeps”, „I bow to you“) sind hingegen einfach nur schmalzig. „Oceanic“ besitzt damit im Großen und Ganzen ein gutes Gleichgewicht, etwas weniger Drama und mehr Power (oder einfach nur eine kürzere Albumlaufzeit) hätte den Jungs sicherlich nicht geschadet und Synthiepop-Ausflüge wie „The knight in shining armor“ sollten in Zukunft ohnehin besser vermieden werden. Ganz sicher nicht die beste Veröffentlichung der Bullen, aber als solider Output kann „Oceanic“ allemal bezeichnet werden.

Anspieltipps:

  • Epiphany
  • Lessons From Losses
  • Not Tonight Josephine
  • Between The Devil And The Deep Blue Sea

Dieser Artikel ging am um 13:15 Uhr online.
Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Deep Purple
Hard Road: The Mark 1 Studio Recordings 1968-1969

  • 2014    
Diskutiere über „Emil Bulls“
comments powered by Disqus

Einfach losschreiben!

X

Ergebnisse: