Ben Folds - The Best Imitation Of Myself: Retrospective 1991-2011 - Cover
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Ben Folds The Best Imitation Of Myself: Retrospective 1991-2011


  • Label: Legacy/Sony Music
  • Laufzeit: 222 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Echter Mehrwert und Nutzen für die Fans.

„Best Of“, „Greatest Hits“, „Retrospective“ oder welchen Namen man einer musikalischen (Zwischen)Bilanz auch geben will: im besten Fall sind derartige Zusammenstellungen großartig, häufig jedoch auch unnötig und nicht selten auch peinlich und wenig mehr als eine uninspirierte Gelddruckmaschine der Plattenfirmen. Ben Folds, der wahre Piano-Man des Indiepop, liefert hier jedoch nicht einfach ab, sondern legt mit „The Best Imitation Of Myself“ die Latte für diese Form der Veröffentlichungsform ziemlich hoch.

Drei CDs mit insgesamt 51 Stücken und einer Gesamtspielzeit von über 220 Minuten, die das gesamte Schaffen von Folds widerspiegeln. Auf CD 1 gibt es insgesamt 18 essenzielle Nummern seines siebzehnjährigen Schaffens, sowohl Solo, als auch unter der „Ben Folds Five“–Flagge. Im Übrigen gibt es mit, „Still Fighting It“ in der „Extended Version“ und „House“ auch zwei bisher unveröffentlichte Stücke mit an die Hand. Auf CD 2 gibt es nicht weniger als 21 Livenummern und was soll man sagen? Ben Folds macht in der Konzertsituation eine richtig gute Figur. Auf CD 3 gibt es dann noch einmal satte 22 B-Seiten, Raritäten und Demos in größtenteils bestechender Qualität. Im Booklet gibt es dazu liebevolle Kommentare zu den einzelnen Songs und als Rausschmeißer auch noch einen Download zur Free Folds Five EP mit fünf raren Tracks handverlesen von Herrn Folds höchstselbst. Da bleiben wenig bis keine Wünsche offen. So wird echter Mehrwert generiert und auch Nutzen für Fans gestiftet, die ihr CD-Regal bisher schon reich mit Folds-Veröffentlichungen gefüllt haben.

Einzelne Stücke hier hervorzuheben macht im Prinzip nur bedingt Sinn. Aber Stücke wie „Army“ oder das eigentlich eher untypische „Rockin‘ The Suburbs“ sind Momente, in denen einem dann doch nochmal klar wird, wie wichtig Ben Folds war und ist. Schön auch die mit Unterstützung des West Australian Symphony Orchestra performte theatralische Version von „Smoke“. Erwähnenswert ist natürlich auch der Publikumsliebling „Bitches Ain’t Shit“. Wie Ben Folds hier mit einer Dr.-Dre-Coverversion den testosteroninduzierten Niveaulimbo mancher Rapstücke auf die charmanteste Art entwaffnet, ist nach wie vor unerreicht. Für Ben Folds ist es nun mal offenbar ein Leichtes, zwischen Schönheit, Pathos und jeder Menge Augenzwinkern zu pendeln.

An wem Ben Folds bisher tatsächlich vorbei gegangen sein sollte, der sollte das schleunigst ändern und hat mit „The Best Imitation Of Myself“ ein probates Mittel, um diese Unkenntnis auszumerzen und sich an großen Melodien, Geschichten und Humor zu erfreuen.

Anspieltipps:

  • Annie Waits
  • Rockin’ The Suburbs
  • Army (Live)
  • All You Can Eat (Live)
  • Bitches Ain’t Shit
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