Flo Mega - Die Wirklich Wahren Dinge - Cover
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Flo Mega Die Wirklich Wahren Dinge


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Verdächtig, verdächtig. Da ist doch etwas faul im Staate Deutschland. Flo Mega erinnert vom Auftreten stark an Jan Delay und auch sein Stil – er sieht sich als Soulman – erinnert an den Stil, den Delay Solo predigt. Die Stimme scheint Flo Mega im Gegensatz zu Delay nicht in der Nase, sondern im Hals stecken zu bleiben. Man stelle sich einfach vor, dass Herbert Grönemeyer etwas deutlicher und mehr auf Soul bedacht singt und fertig ist der Klangeindruck, den Flo Mega hinterlässt. Textlich bewegt sich der junge Deutsche zwischen biographisch, Party und Liebe. Ein leichtes Stück Musik, das immer wieder nachdenklich tut, am Ende aber mit Lebensfreude und Leichtigkeit überzeugen möchte.

Von typischen Eröffnungslyrics im Opener, fordert der Soulman auf, dass man nicht auf der Strecke bleibt. Danach beginnt das Programm nach Lust und Laune des Flo Mega. Er versucht sich an einem ähnlichen Vokabular wie Peter Fox oder eben Seeed. Allerdings wollen unerreichbare Frauen und DDR-Parallelen und Erinnerungen an eine 70er-Jahre Serie in „6.000.000 € Arsch“ nicht wirklich zünden und lassen auch im Bereich Soul zu wünschen. Da kann Flo Mega noch so beherzt singen und einen wirklich treibenden Job machen.

Der erste Ausreißer nach oben ist „Boomerang“, das endlich mit Funk-Gitarren und viel Spielerei das liefert, wofür Flo Mega sich feiern lassen möchte. Bläser-Ensembles begleiten einen Stil, der sich mit Fug und Recht Soul nennen darf. Es fällt auf, dass gerade die kurzen Songs Megas Stärke sind. Die Lieder auf seinem LP-Debüt strotzen nicht mit Details, sondern mit antreibender Natur. Das Problem ist nur, dass diese Natur instrumental oft so untermalt wird, dass es nicht lange Freude bereitet. Sinnbildlich dafür steht „Philosoph Der Stadt“, das brav und solide, aber ohne Funken und Ideen knapp sechs Minuten vor sich hin plätschert. Allein „Wie Es Weitergeht“ hält die Ehre der längeren Songs hoch.

Wer mit lockerem Soul mit Funk-Elementen, der kein Feuerwerk abbrennt, leben kann, der wird dieses Album vielleicht sogar zur Rettung des kommenden Herbstes ernennen. Insgesamt fehlt es aber an Ohrwürmern und Besonderheiten, sodass „Die Wirklich Wahren Dinge“ eher unbemerkt am Hörer vorbeigehen. Zu selten trifft Flo Mega die Lebensfreude so, wie im Titeltrack, womit knapp das halbe Album gerade auf einem Album, ohne die lebendige Live-Show des Nachwuchskünstlers nicht zünden möchten.

Anspieltipps:

  • Die Wirklich Wahren Dinge
  • Boomerang
  • Wie Es Weitergeht

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