Chickenfoot - III - Cover
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Chickenfoot III


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„We´re calling the album „Chickenfoot III“ because it´s so good, the songs are so tight, it´s like we jumped right past having to make a second record.” lässt die Ex-Van Halen/Ex-Montrose/Red Hot Chili Peppers/Satriani-Kollaboration Chickenfoot ihre Fans wissen. Ein gewagtes Statement, war schließlich das Debüt (06/2009) alles andere als ein makelloses Meisterwerk, das für viele überhaupt erst im livehaftigen Zustand seine wahre Größe zeigte (zu begutachten auf der DVD „Get Your Buzz On: Live“ vom April letzten Jahres). Sammy Hagar (Gesang), Joe Satriani (Gitarre), Michael Anthony (Bass) und Chad Smith (Schlagzeug) wären jedoch noch nicht so lange im Musikgeschäft, würde es sich hierbei nicht um geschickt eingefädelte Propaganda halten, die selbst bei den Kritikern der Supergroup für induzierte Vorfreude sorgen soll. „Alles kann besser werden“, sang immerhin schon Xavier Naidoo. Bei Chickenfoot bleibt trotzdem alles anders.

Vorbei sind die Zeiten, in denen langatmige Jam-Sessions zum Repertoire gehörten („Avenida revolution“) oder man das Gefühl bekam aufgrund übermäßiger „Woohoos“ und „Yeahs“ irrtümlich eine DIY-Anleitung für Partyanimateure eingelegt zu haben. „III“ ist in dieser Beziehung in der Tat reifer, aber nicht unbedingt besser. Der mit schnittigen Solos und wuchtigem Schlagzeug angereichtere Hardrock krankt nämlich noch immer an seiner Farblosigkeit. Mit anderen Worten: Chickenfoot wissen zwar, wie man einen griffigen Rhythmus und eingängige Hooklines schreibt und das Ganze gemeinsam mit einem tollen Live-Sound auf CD bannt, packend, eigenständig oder zumindest unterhaltsam ist der angestrebte Led Zeppelin-Reboot damit jedoch nicht.

Im Vergleich zum unkomplizierten Songwriting ähnlich gelagerter Bands wie z.B. The Parlor Mob oder Black Stone Cherry ziehen Chickenfoot den Kürzeren und klingen dabei meist wie das härter rockende Pendant zu Bon Jovi. Virtuosität ist durch Satrianis gefühlvolles Spiel zwar gegeben und Hagar schreit und drückt seinen Text wie in seinen besten Jahren aus der Kehle, richtig fühlen und in sich aufsaugen kann der Hörer die Musik aber nicht, denn dafür wirkt „III“ zu stark nach Schema F konstruiert. Wenn es nicht rocken soll („Last temptation“, „Alright, alright“, „Big foot“), wird das Tempo mal eben zugunsten balladesker Auswüchse gedrosselt („Different devil“, „Come closer“) oder Blues- („Lighten up“) und Country-Elemente („Something going wrong“) dominieren das reichlich konventionelle Geschehen. Ach, was solls! Wir warten einfach auf die nächste DVD. Die wird sicher wieder klasse!

Anspieltipps:

  • Lighten Up
  • Alright Alright
  • Something Going Wrong

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