Geoffrey Gurrumul Yunupingu - Rrakala - Cover
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Geoffrey Gurrumul Yunupingu Rrakala


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Süße kleine Singer/Songwriter-Nummern, die im Radio von Bombast-Balladen und Elektro-Monstern wahrscheinlich platt gewalzt werden.

Ein blinder Aboriginal macht warme, ehrliche Singer/Songwriter-Musik. Die Verkaufszahlen bei solchen Prämissen schießen schon im Voraus in die Höhe und alles, was der gute Gurrumul abliefert kann zu Gold verarbeitet werden. Schon sein erstes Album war einfach nur ein nettes Stück Musik, das im Zusammenhang mit den Umständen jedoch zu einer großen Nummer gehyped wurde. Man darf darüber denken wie man möchte, aber am Ende steht und fällt besonders das neue Album mit der Musik. Ein Indiz für diese Vermutung sind die Erfolge von Joana Zimmer, die für ihr erstes Album gefeiert wurde und jetzt irgendwo im Mittelmaß der Musikszene herumgeistert.

Musikalisch hat man nicht allzu viel verändert. Zwar traut sich der Australier nun auch an weitere Instrumente, doch das Gefühl eines Akustikalbums wird auch durch Piano, E-Gitarre oder Streicher nicht zerstört. Gurrumul will wieder authentisch und warm klingen und wem es bei seiner Musik nicht wohlig wird, dem ist wahrscheinlich nicht mehr zu helfen. Seine hauchende, nicht ganz saubere Stimme ist wie gemacht für seine Musik und spätestens seit Ray LaMontagne ist gehauchter Gesang wieder in. Selten bis gar nicht wird der Puls des Hörers angeregt und so erschreckt man sich schon, wenn in „Djotarra“ Gurrumul ausholt und seine Gefühle laut heraus singt.

Insgesamt liefert Gurrumul aber keine Neuigkeiten. Süße kleine Singer/Songwriter-Nummern, die im Radio von Bombast-Balladen wie Coldplays neuem „Paradise“ und all den anderen Elektro-Monstern wahrscheinlich platt gewalzt werden. Zum Rückzug aus dieser überströmten Pop-Landschaft ist Gurrumul natürlich wieder eine gutklassige Entscheidung, die aber keinen Ohrwurm, keine Melodie für die Ewigkeit, sondern einfach nur eine gute Stunde Ruhe bietet. Alischer-Folk zum Abschalten gibt es schließlich nicht alle Tage und so können Fans endlich ihr Gurrumul-Sammelsurium erweitern und Neulinge ein etwas vielschichtigeres Album als das Debüt in Ohrenschein nehmen.

Anspieltipps:

  • Djotarra
  • Gopuru
  • Ya Yawirriny

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