Thrice - Major/Minor - Cover
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Thrice Major/Minor


  • Label: Vagrant/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aufhören wenn's am schönsten ist, ist auch die Devise der Post-Hardcore-Gruppierung Thrice aus den USA. 13 Jahre nach der Gründung steht eine Pause an, deren Dauer nicht definiert wurde. System Of A Down und Seed zeigten schon, dass das eine halbe Dekade dauern kann. Auch wenn die Fangmeinde von Thrice ungemein kleiner sind, sorgte die Ankündigung im November dafür, dass ihr vorerst letztes Machwerk „Major/Minor“ interessanter für Hörer wird. Wie der Vierer aus Amerika alles Richtige zusammenwirft und sich gebührend verabschiedet, findet man schneller heraus, als in den 50 Minuten, die das Album dauert.

Ruhig, fast schon ätherisch beginnt der Opener „Yellow Belly“ und deutet vorerst nur im Chorus an, was für eine Art Rock wir seit einem knappen Jahrzehnt immer seltener hören. Wer erinnert sich heute noch an die Genre-Sterne At The Drive-In? Harter Rock, der Shouting nicht wie Bullet For My Valentine als bloßes Stilmittel, sondern als integralen Bestandteil gebrauchen. Hymnen wie „Promises“ krachen melodisch aus den Boxen und klingen so intensiv, wie es den meisten Bands heutzutage nicht mehr möglich ist. Nur wenige verstehen heute noch, wie man trotz Power-Produktion handfesten Rock auf den Silberling bringt.

Thrice verabschieden sich in die Pause mit eben genau solcher Musik, die tadellos produziert und trotzdem hart ist. Die Hooklines in „Promises“ und „Blinded“ müssen sich nirgends verstecken, sind irgendwo zwischen den Foo Fighters und Dredg zu Zeiten von „Catch Without Arms“ einzuordnen. Weniger Experimente und härtere Saiten machen diesen Vergleich rund. Und auch wenn gerade die ganz ruhigen Ausflüge auf dem vielleicht letzten Album hinterher hinken und den Erwartungen nicht gerecht werden, überzeugt das Gesamtbild. Für jede romantische und letztlich etwas kraftlose Interpretation der nachdenklichen Texte folgen zwei durchgehend harte, melodische Nummern, die sich gewaschen haben. Nicht perfekt, aber mitsamt tollen Melodien, gekonntem Shouting und brillanten Gitarrenwänden heißt es ein weiteres Mal: In die Tasten gehauen.

Anspieltipps:

  • Blinded
  • Promises
  • Blur

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